netzeitung.deUSA verhindern Missbilligung Israels durch Uno

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Im UN-Sicherheitsrat (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Im UN-Sicherheitsrat
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Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine Erklärung einigen können, die den israelischen Angriff auf UN-Soldaten als vorsätzliche Handlung missbilligt. Bei der Attacke waren vier Blauhelme getötet worden.

Die USA haben eine Erklärung im Weltsicherheitsrat blockiert, in der Israel wegen des Angriffs auf einen UN-Beobachterposten im Südlibanon verurteilt werden sollte. Ein Bombardement in der Nacht zum Mittwoch hatte vier Blauhelmsoldaten getötet.

Die USA hatten Einwände gegen einen Absatz der Erklärung, in dem es hieß, der Sicherheitsrat «verurteilt jeden vorsätzlichen Angriff auf UN-Mitarbeiter und betont, dass solche Angriffe nicht hinnehmbar sind». Nach mehrstündigen Beratungen vertagte sich der Sicherheitsrat am Abend ergebnislos auf Donnerstag.

Zahlreiche Regierungen hatten zuvor bereits gegen das israelische Bombardement protestiert. UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach von einem «anscheinend vorsätzlichen» Angriff auf den Stützpunkt Chiam. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bekundete sein tiefes Bedauern. Er betonte, der UN-Posten sei versehentlich getroffen worden, und sicherte eine gründliche Untersuchung zu.

Die UN-Soldaten dort forderten Israel mehrfach zu einem Ende des Bombardements auf. Sie hatten innerhalb von sechs Stunden zehn Mal bei den israelischen Streitkräften angerufen, wie es am Mittwoch in einem UN-Bericht hieß. Jedes Mal sei ihnen dabei ein Ende der Angriffe zugesagt worden, die sich gegen Ziele in der Umgebung des Beobachterpostens richteten. Das sagte ein UN-Vertreter, dem der Inhalt des vorläufigen Berichts bekannt war, der Nachrichtenagentur AP.

Neue Angriffe
Die Opfer des Angriffs stammen nach libanesischen Angaben aus China, Österreich, Kanada und Finnland. Australien kündigte unterdessen am Donnerstag als Reaktion auf den Vorfall an, seine zwölf Blauhelm-Soldaten aus dem Südlibanon abzuziehen.

In der Nacht zum Donnerstag beschoss die israelische Luftwaffe laut libanesischen Rundfunkberichten einen 50 Kilometer nördlich von Beirut gelegenen libanesischen Militärstützpunkt und eine benachbarte Relaisstation des staatlichen Rundfunks. Aus israelischen Militärkreisen verlautete, Ziel des Angriffs sei eine Radarstation der schiitischen Hisbollah-Miliz gewesen, die den Süden Libanons kontrolliert. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert will auf ein Ende der Militäroffensive im Libanon derzeit nicht festlegen.

Beschuss im Gazastreifen
Der Norden Israels liegt weiter unter dem Raketenbeschuss der Hisbollah. Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hisbollah nach der Verschleppung zweier israelischer Soldaten vor zwei Wochen hat die Miliz nahezu 1.500 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Auslöser des Waffenkonflikts vor zwei Wochen war die Entführung israelischer Soldaten durch die Hisbollah. Seither starben Hunderte Libanesen sowie Dutzende Israelis. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Auch im Gazastreifen setzten die israelischen Streitkräfte ihre Offensive gegen militante Palästinenser fort. Die Luftwaffe beschoss am späten Mittwochabend das Haus eines ranghohen Hamas-Kommandeurs mit Raketen. Dabei wurden vier Bewohner benachbarter Häuser im Flüchtlingslager Dschabalija verletzt, wie die palästinensischen Behörden mitteilten.

In einem nahe gelegenen Krankenhaus gingen Fensterscheiben zu Bruch. Die Familie des Hamas-Befehlshabers Dschihad Kahlut habe ihr Haus verlassen, nachdem sie am Dienstag einen entsprechenden Hinweis der Streitkräfte erhalten habe. (nz)