26.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nuri al-Maliki
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Irak hat dem Libanon eine Spende in Millionenhöhe zugesagt. Nach einem Eklat um Äußerungen des irakischen Regierungschefs al-Maliki wiederholte dieser bei einer Rede im US-Kongress umstrittene Forderungen nicht.
Der Irak hat 35 Millionen Dollar (27,8 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe für den Libanon gespendet. Das meldete am Mittwoch die Nachrichtenagentur der Vereinten Nationen Irin. Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Barham Saleh sagte, der Irak wolle trotz seiner eigenen humanitären Krise Unterstützung für die notleidenden Menschen im Libanon demonstrieren. Er habe den libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora am Montag über die Spende informiert.
In einer Rede im US-Kongress ging der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki nicht auf den Libanon-Konflikt ein. Er wiederholte auch nicht seine Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe, mit der er sich ebenfalls in Widerspruch zur US-Regierung gestellt hatte.
Entschuldigung gefordertAus Protest gegen die jüngste Kritik Malikis an Israels Vorgehen im Südlibanon wollten US-Demokraten eine geplante Rede des Ministerpräsidenten im Kongress boykottieren. Eine Gruppe von Abgeordneten und Senatoren hatte den Präsidenten des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, zudem aufgefordert, die Einladung zur Rede im Kongress zurückzuziehen, sollte sich Al-Maliki nicht noch kurzfristig entschuldigen.
Maliki, der am Dienstag im Weißen Haus mit US-Präsident George W. Bush zusammengekommen war, hatte vor einer Woche zum Libanon-Konflikt erklärt, Israel sei der «Aggressor« und nicht die Hisbollah. Zu diesem Zeitpunkt war die Einladung Hasterts zur Rede aber schon verschickt. Bei seinem Treffen mit Bush hatte Al-Maliki zudem erneut eine sofortige Waffenruhe gefordert und damit die US-Regierung brüskiert. (nz)