netzeitung.deLibanon lehnt Gewalt gegen Hisbollah ab

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Lupe Libanon lehnt Gewalt gegen Hisbollah ab

Der Konflikt mit der Hisbollah kann nach Ansicht des libanesischen Präsidenten Lahoud nur im Dialog gelöst werden: Eine gewaltsame Entwaffnung der Miliz sei unmöglich, sagt Emile Lahoud.

Die libanesische Führung zeigt sich im Konflikt mit der Hisbollah hilflos. Staatschef Emile Lahoud sprach sich gegen eine gewaltsame Entwaffnung der Miliz aus: Das halte er für unmöglich, sagte er am Montag im französischen Auslandssender RFI.

Die UN-Resolution 1559, die die Entwaffnung der schiitischen Miliz fordert, könne nur durch einen «Dialog der Libanesen untereinander» umgesetzt werden, sagte Lahoud. Der als Freund Syriens geltende Präsident verwies darauf, dass die Vereinten Nationen den Libanesen Zeit zur Diskussion über die Anwendung der UN-Resolution gegeben hätten.

Der israelische Militäreinsatz lenke die internationale Aufmerksamkeit vom «Hauptproblem» des Landes ab, kritisierte Lahoud. Kern des Konflikts sei vielmehr die hohe Zahl palästinensischer Flüchtlinge. Israel wolle, dass die etwa 500.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon blieben, warf der Staatspräsident dem Nachbarland vor.

Auf Grund einer UN-Resolution hätten sie jedoch ein Rückkehrrecht, sagte Lahoud. Er warnte davor, dass die Flüchtlinge wegen ihres Kinderreichtums das demographische Gleichgewicht des Libanon bedrohten, so dass die Gesellschaft schlagartig veralten könne. Das Land hat insgesamt nur rund 3,8 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig halb so groß wie Hessen.
Hilfsersuchen an EU
Der Mehrheitsführer im libanesischen Parlament, Sadd Hariri, bat die EU angesichts der israelischen Angriffe um massive humanitäre Hilfe. Die Europäische Union beriet derweil über die mögliche Entsendung einer internationalen Schutztruppe. Vergangene Woche hatte Libanons Regierungschef Fuad Siniora an die Staatengemeinschaft appelliert, in den Konflikt einzugreifen. (nz)