Nahost-Meldungen vom 24. bis 30. Juli
24. Jul 2006 13:48, ergänzt 31. Jul 2006 11:35
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Die Weltgemeinschaft wünscht ein schnelles Ende der Nahost-Eskalation. Israel stellt sich aber auf einen längeren Kampf gegen die Hisbollah-Miliz ein. Die Netzeitung gibt einen Überblick der neuesten Meldungen.
Sonntag, 30. Juli
Libanesen stürmen UN-Gebäude in Beirut
Aus Wut über den israelischen Luftangriff in Kana haben aufgebrachte Libanesen am Sonntag ein Gebäude der Vereinten Nationen in Beirut gestürmt. Rund 5.000 Demonstranten versammelten sich, manche trugen Hisbollah-Fahnen und skandierten anti-israelische und anti-amerikanische Slogans.
Frankreich schlägt neue UN-Resolution vor
Ein französischer Entwurf für eine neue UN-Resolution fordert einen sofortigen Waffenstillstand im Libanon. Außerdem soll eine Pufferzone im Süden des Landes eingerichtet und von internationalen Truppen bewacht werden.
Iran will im Konflikt vermitteln
Der Iran will im Libanonkonflikt vermitteln. Das Land sei bereit, «eine Rolle in dieser Herausforderung zu spielen», sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums. Der erste Schritt müsse aber Druck auf Israel sein.
Olmert hält an Offensive fest
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat gesagt, seinem Land sei nicht an einer schnellen Waffenruhe gelegen. Zuvor müssten die geplanten Ziele, darunter die «Reifung des diplomatischen Prozesses» und eine Einigung über eine internationale Truppe erreicht werden.
Dutzende Tote bei Luftangriff
Bei einem Angriff auf das Dorf Kana im Süden Libanons hat es 51 Tote gegeben, offenbar vor allem Zivilisten und viele Kinder. Die israelische Armee sagte, sie habe die Bevölkerung schon vor Tagen zum Verlassen der Häuser aufgerufen.
Bush sieht Chance in Nahost-Krise
In seiner wöchentlichen Radioansprache hat US-Präsident George W. Bush die Gewalt im Nahen Osten als «Gelegenheit für größere Veränderungen» bezeichnet. Er stellte den Kampf zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Südlibanon in Zusammenhang mit dem Anti- Terrorkrieg. «Wir müssen einsehen, dass der Libanon der jüngste Flammenherd im größeren Kampf zwischen Freiheit und Terror ist, der sich in der Region abspielt», sagte Bush.
Samstag, 29. Juli
Rice auf neuer Vermittlungsmission in Nahost
US-Außenministerin Condoleezza Rice ist am Samstag zu einer neuen Vermittlungsmission in Israel eingetroffen. Rice bemüht sich unter anderem um eine Vereinbarung zur Stationierung einer multinationalen Friedenstruppe im Libanon unter dem Mandat der Vereinten Nationen.
Zwei UN-Soldaten bei Angriff Israels verwundet
Bei einem israelischen Luftangriff an der libanesischen Grenze sind am Samstag zwei indische UN-Soldaten verwundet worden. Eine Fliegerbombe sei in unmittelbarer Nähe ihres Beobachterpostens eingeschlagen, teilte UNIFIL-Sprecher Milos Strugar mit.
Verbindungsstraße Beirut-Damaskus zerstört
Israelische Kampfflugzeuge haben am Samstagabend nahe der libanesischen Grenze einen Angriff auf die Hauptverbindungsstraße zwischen Beirut und der syrischen Hauptstadt Damaskus geflogen. Die Straßenverbindung, die viele Libanesen zur Flucht ins Nachbarland nutzten, ist unterbrochen.
Palästinenser nehmen Libanesen auf
Im größten Flüchtlingslager für Palästinenser im Libanon ist ein Refugium für Libanesen eröffnet worden. 367.000 Palästinenser leben in insgesamt zwölf Flüchtlingslagern im Libanon teils unter erbärmlichen Bedingungen. Jetzt wuchs die Zahl der Flüchtlinge um rund 8000 an, allesamt Libanesen auf der Flucht vor den Angriffen.
Israel lehnt Bitte um Feuerpause ab
Eine dreitägige Waffenpause, wie sie die Vereinten Nationen vorgeschlagen haben, hat Israel zurückgewiesen. Sie sei unnötig, weil es bereits «humanitäre Korridore» zur Versorgung der Bevölkerung gebe, sagte ein Sprecher.
Mehr als 120 Angriffe auf den Libanon
Israels Luftwaffe hat am Samstag mehr als 120 Angriffe auf den Libanon geflogen. Bei Gefechten in der Hisbollah-Hochburg Bint Dschbail wurden 26 Hisbollah-Kämpfer getötet. Von zivilen Opfern war nichts bekannt. Die israelischen Soldaten zogen sich am Nachmittag aus Bint Dschbail zurück.
Merkel skeptisch bei Bundeswehr-Einsatz
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht vorerst keinen Diskussionsbedarf über einen möglichen Einsatz der Bundeswehr im Nahen Osten. Die Kapazitäten für Auslandseinsätze seien weitgehend erschöpft. Außerdem sei noch unklar, wie ein UN-Mandat für eine Friedenstruppe aussehen könnte.
Freitag, 28. Juli
Uno fordert 72 Stunden Waffenruhe
Der UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland hat vor dem Weltsicherheitsrat eine 72-stündige «humanitäre Waffenpause» im Libanon verlangt. Diese Zeitspanne sei dringend erforderlich, um Verwundete, Kinder und alte Menschen aus den umkämpften Gebieten zu transportieren, sagte er in New York.
N24-Mitarbeiter im Libanon verletzt
Die israelische Luftwaffe hat am Freitag insgesamt 180 Angriffe im Libanon geflogen, unter anderem auf das Bekaa-Tal. Dabei wurden nach libanesischen Angaben zwölf Menschen getötet. Getroffen wurde auch ein Flüchtlings-Konvoi aus dem Dorf Rmeisch, dabei wurde ein jordanischer Kameramann des deutschen Nachrichtensenders N24 leicht verletzt.
Hisbollah schießt weit reichende Rakete ab
Die Hisbollah hat einen bisher nicht eingesetzten Raketentyp mit 100 Kilogramm Sprengstoff auf den israelischen Ort Afula abgefeuert. Afula liegt 50 Kilometer von der Grenze zum Libanon entfernt. Nach israelischen Angaben war es das erste Mal, dass eine Hisbollah-Rakete so weit südlich einschlug.
Ägypter protestieren gegen Israel
Mehrere Tausend Ägypter haben auf drei separaten Kundgebungen in Giza, Kairo und Al Mansur gegen die israelischen Angriffe im Libanon demonstriert. Insgesamt waren es 3500 Menschen.
Bush und Blair drängen auf Schutztruppe
US-Präsident George W. Bush und Großbritanniens Premier Tony Blair wollen sich für eine schnelle UN-Entscheidung für eine Schutztruppe im Libanon einsetzen. Dazu werde in der kommenden Woche eine Resolution im Weltsicherheitsrat eingebracht, sagte Bush. US-Außenministerin Condoleezza Rice reist am Samstag in die Region.
USA kritisieren Israel scharf
Die US-Regierung hat die israelische Deutung der Nahost-Konferenz scharf zurückgewiesen. Israels Justizminister Haim Roman hatte gesagt, die Nahost-Konferenz in Rom habe Israel «faktisch die Erlaubnis» für eine Fortsetzung der Offensive gegeben. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Adam Ereli, bezeichnete das als «skandalös».
Uno wollen Beobachter aus Libanon abrufen
Die Beobachter der Unifil-Mission sollen nach Angaben der dänischen Streitkräfte den Südlibanon verlassen. Die Weltorganisation reagiert damit auf den fortgesetzten Beschuss.
Welternährungsprogramm startet Luftbrücke
Das Welternährungsprogramm (WFP) hat eine Luftbrücke für Hilfslieferungen in den Libanon eingerichtet. Das erste Frachtflugzeug sei bereits vom italienischen Flughafen Brindisi aus nach Syrien gestartet, teilte ein WFP-Sprecher mit. Von dort aus sollen die Hilfslieferungen per Lastwagen-Konvois in den Libanon transportiert werden.
Israel zieht sich aus Bint Dschbeil zurück
Die israelischen Truppen haben sich am Freitagnachmittag aus dem Zentrum der seit Tagen umkämpften Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon zurückgezogen. Ein Sprecher der Hisbollah in Beirut sagte, die Soldaten seien nach «heftigen Gefechten mit unseren Kämpfern» einige Kilometer in Richtung des Grenzortes Marun al-Ras zurückgewichen.
Mehr als 130 Ziele im Libanon angegriffen
Am 17. Tag der israelischen Offensive gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Freitag mehr als 130 Ziele im Libanon angegriffen. Dies gab ein Militärsprecher am Freitagmorgen bekannt.
Hisbollah-Kommandozentrale zerstört
Die israelische Luftwaffe hat im Südlibanon eine Kommandozentrale der Hisbollah zerstört. Dort habe die radikal- islamische Miliz ihre Raketenangriffe auf Nordisrael vorbereitet, hieß es in Medienberichten.
Panzer aus Gaza abgezogen
Zwei Tage nach einem Vorstoß mit Panzern in den Norden des Gazastreifens haben sich die israelischen Streitkräfte am frühen Freitagmorgen wieder zurückgezogen. Die Luftangriffe wurden jedoch in der Nacht fortgesetzt.
Häuser bei israelischem Angriff zerstört
Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind in der Nacht zum Freitag drei palästinensische Häuser zerstört worden. Nach Angaben von Augenzeugen wurden bei den Angriffen in Beit Lahia and Beit Chanun im nördlichen Gazastreifen zwei Zivilisten verletzt, einer von ihnen schwer.
Donnerstag, 27. Juli
Sicherheitsrat einigt sich auf Erklärung
Der Weltsicherheitsrat hat sich in New York auf eine Erklärung zum israelischen Angriff auf einen UN-Posten im Südlibanon geeinigt. Anders als in der ursprünglichen Version des Entwurfs wird Israel nicht direkt verurteilt. Der Sicherheitsrat äußert sich nur «tief schockiert» über den Tod der vier UN-Beobachter und fordert «Israel und alle anderen beteiligten Seiten» zur Einhaltung des Völkerrechts und zum Schutz des UN-Personals auf.
Libanon geht von 600 toten Zivilisten aus
Den Kämpfen im Libanon sind laut dem libanesischen Gesundheitsministerium bereits 600 Zivilisten zum Opfer gefallen. Bei neuen israelischen Luftangriffen kamen elf Menschen ums Leben.
Israel sieht Nahost-Konferenz als Bestätigung
Der israelische Justizminister Haim Roman ist der Ansicht, die Nahost-Konferenz habe Israel die Genehmigung für eine Fortsetzung der Offensive gegeben. Aus der EU kam deutliche Kritik. Diese Deutung sei «total falsch», sagte der finnische Außenminister Erkki Tuomioja.
Hisbollah-Rakete trifft Chemiewerk
Bei einem Angriff der Hisbollah ist nach Angaben israelischer Sicherheitskräfte ein Chemiewerk in Nordisrael getroffen worden. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.
Israel will Offensive nicht ausweiten
Das israelische Sicherheitskabinett hat sich dagegen ausgesprochen, die Militäraktion im Libanon auszuweiten. Allerdings sollen zusätzliche Reservisten die Truppen im Libanon auffrischen.
Al Qaeda ruft zum Kampf gegen Israel auf
Die Angriffe im Libanon und im Gazastreifen will das Terrornetzwerk Al Qaeda nicht hinnehmen. Vize-Chef Sawahari warf Israel in einem neuen Video einen «zionistischen Kreuzzug» vor. Seine Organisation werde nicht tatenlos zuschauen.
Australien zieht Soldaten aus Libanon ab
Nach dem Tod von vier UN-Beobachtern bei einem israelischen Angriff im Südlibanon zieht Australien zwölf seiner Soldaten aus dem unmittelbaren Kriegsgebiet ab. Dort sei es zu gefährlich, sagte der australische Verteidigungsminister Brendan Nelson.
Tote bei Luftangriffen auf Südlibanon
Bei israelischem Beschuss von Zielen im Südlibanon und in der östlichen Bekaa-Ebene sind mindestens drei Menschen getötet worden. Ein libanesischer Polizist und zwei Zivilisten starben, als eine israelische Bombe mehrere Fahrzeuge in der Nähe von Kark in der Bekaa-Ebene traf. Die Hisbollah feuerte indessen 15 Katjuscha-Raketen auf Nordisrael ab.
Israelische Armee greift Hilfstransport an
Die israelische Armee beschoss laut libanesischer Sicherheitskreise drei mit Hilfslieferungen beladene Lastwagen. Durch den Beschuss seien zwei Fahrer getötet worden, die medizinische Güter und Nahrung in den Osten bringen wollten, hieß es.
Israel ändert Militärstrategie
Justizminister Chaim Ramon spricht sich einen Tag nach den bisher schwersten Verlusten der israelischen Armee gegen eine Ausweitung der Bodenoffensive und für Angriffe mit verstärkter Feuerkraft aus. «Unser großer Vorteil gegenüber Hisbollah ist unsere Feuerkraft, nicht der Kampf von Menn gegen Mann.» Die Zerstörung ganzer Dörfer rechtfertigte der Justizminister damit, dass es sich hier lediglich um Stützpunkte der Hisbollah handele.
USA blockieren Verurteilung Israels
Die USA verhindern eine Erklärung im Weltsicherheitsrat, in der Israel wegen des Angriffs auf einen UN-Beobachterposten im Südlibanon verurteilt werden sollte. Bei dem Bombardement in der Nacht zum Mittwoch wurden vier Blauhelmsoldaten getötet.
Israel beschießt Libanon und Gazastreifen
Israels Armee beschoss einen Stützpunkt der libanesischen Armee nördlich der Hauptstadt Beirut. Auch eine Rundfunk-Sendestation auf einem Feld neben dem Stützpunkt wurde getroffen. Am Mittwoch hatte die israelische Armee mit neun Soldaten ihre bisher höchsten Verluste erlitten. 27 weitere wurden verletzt.
Olmert lässt Ende der Militäroffensive offen
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert will sich auf kein konretes Ende der Militäraktionen im Libanon festlegen. «Der Einsatz wird nicht monatelang dauern, auch wenn er sich länger hinzieht, als wir es vorgesehen hatten», erklärte der Premier.
Mittwoch, 26. Juli
Zwei palästinensische Mädchen getötet
Beim israelischen Beschuss von Zielen im Gazastreifen sind am Mittwochabend nach Angaben von Krankenhausärzten zwei palästinensische Mädchen ums Leben gekommen. Die beiden Mädchen im Alter von zwei und neun Jahren starben, als ihr Haus in Dschebalia von Panzergeschossen getroffen wurde.
Israel bestätigt Tod von acht Soldaten
Israel hat am Mittwochabend den Tod von acht Soldaten bei den Kämpfen im Südlibanon bestätigt. Ein Militärsprecher sagte, die Soldaten seien am Morgen bei Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz bei Bint Dschbeil ums Leben gekommen.
Israel will Angriffe wochenlang fortsetzen
Israel will die Angriffe im Libanon voraussichtlich noch mehrere Wochen fortsetzen. Das kündigte der Befehlshaber des israelischen Nordkommandos, Generalmajor Udi Adam, am Mittwoch an.
Konferenz fordert sofortiges Ende der Kämpfe
Die internationale Konferenz in Rom zur Krise im Nahen Osten fordert die Konfliktparteien im Libanon zur sofortigen Waffenruhe auf. Diese Waffenruhe müsse «dauerhaft und nachhaltig sein», hieß es.
Israel will «Sicherheitszone» einrichten
Israel will im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zwei Kilometer breite «Sicherheitszone» einrichten. Der Regierungschef wiederholte zudem seinen Ruf nach einer Friedenstruppe für das Grenzgebiet.
Libanon legt Sieben-Punkte-Plan vor
Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora legt in Rom einen Sieben-Punkte-Plan für eine Friedenslösung vor. Er fordert nach einem Waffenstillstand eine Verstärkung der UN-Mission im Libanon, die auch humanitäre Hilfe leisten soll. Außerdem solle ein Gefangenenaustausch zwischen Israel und dem Libanon unter Kontrolle des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz erfolgen.
Libanon fordert Entschädigung
Der libanesische Präsident Fuad Siniora verlangt von Israel Entschädigung für «barbarische Zerstörungen» in seinem Land. «Israel kann nicht weiterhin internationales Recht ignorieren», sagte Siniora bei der Nahost-Konferenz in Rom.
Annan ruft zu Waffenruhe auf
UN-Generalsekretär Kofi Annan fordert Israel und die radikal-islamische Hisbollah-Miliz zu einem Ende der Kampfhandlungen im Nahen Osten auf. Israel müsse die Bombenangriffe, Blockaden und Bodeneinsätze im Nachbarland Libanon einstellen, sagte Annan auf der Nahost-Konferenz in Rom.
Prodi für Hilfskorridore im Libanon
Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi hat zu Beginn der internationalen Nahost-Konferenz in Rom eine Einigung auf humanitäre Korridore für Hilfstransporte im Libanon gefordert. Er unterstützt auch die Pläne des UN-Generalsekretärs Kofi Annan für eine internationale Stabilisierungstruppe im Südlibanon. Rund 20 Länder und Organisationen nehmen an dem Treffen teil, allerdings weder Israel, noch die Hisbollah-Milizen, Iran und Syrien.
50 israelische Panzer rücken in Nord-Gaza ein
Israel hat seine Offensive im Gazastreifen fortgesetzt. In der Nacht rollten rund 50 Panzer in den Norden von Gaza ein, wie palästinensische Sicherheitskräfte berichteten. Dazu gab es mindestens drei Luftangriffe. Dabei wurden nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern fünf Menschen getötet, darunter zwei Hamas-Aktivisten.
Israel bombardiert UN-Posten
Die israelische Luftwaffe hat einen UN-Beobachterposten im Libanon beschossen und dabei drei UN-Beobachter getötet. Der vierte ist vermutlich auch tot, nach seiner Leiche wird noch gesucht. UN-Generalsekretär Kofi Annan kritisierte dan Angriff als «offenbar absichtlich« und «koordiniert». Israel wies die Kritik zurück und drückte sein Bedauern aus.
Hisbollah droht Angriffe auf Israels Zenturm an
Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah hat Israel Raketenangriffen angekündigt, die weit über Haifa hinaus ins Landesinnere reichen würden. Er kritisierte die Offensive im Libanon außerdem als Teil eines amerikanisch-israelischen Plans für eine Neuordnung des Nahen Ostens.
Dienstag, 25. Juli
Israelische Soldaten in Bint Dschbeil
Israelische Soldaten sind am Dienstagabend nach UN-Angaben erstmals direkt in die südlibanesische Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil vorgedrungen.
USA wollen internationale Truppe im Libanon
Die USA treten für den Einsatz von mehr als 10.000 türkischen und ägyptischen Soldaten zur Befriedung des Libanons ein. Diesen Vorschlag hat Außenministerin Condoleezza Rice während ihres Kurzbesuchs in Beirut unterbreitet.
Verletzte bei Raketeneinschlag in Israel
Im Norden Israels sind am Dienstagabend erneut mehrere aus dem Südlibanon abgefeuerte Raketen eingeschlagen. Ein Mensch wurde verletzt, drei weitere erlitten einen Schock.
Gewaltige Explosionen im Süden Beiruts
Im südlichen Teil der libanesischen Hauptstadt Beirut hat sich am Dienstagnachmittag eine Serie gewaltiger Explosionen ereignet. Dicker Rauch war über den vor allem von Schiiten bewohnten Stadtvierteln zu sehen. Unklar ist, was die Explosionen auslöste.
Israelische Armee im Zentrum von Bint Dschbeil
Nach schweren Gefechten hat die israelische Armee nach eigenen Angaben die Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil im Süden libanons eingenommen. Panzer bezogen im Zentrum Stellung. Beobachtern zufolge gibt es aber noch Kämpfe am Rande der Grenzstadt.
Bodentruppen kreisen Bint Dschbeil ein
Die israelischen Bodentruppen haben die umkämpfte Stadt Bint Dschbeil eingekreist. Sie hätten Häuser in Außenbezirken eingenommen, teilte die Armee mit. Die Hisbollah leistet weiterhin heftigen Widerstand.
Hisbollah feuert auf Nordisrael
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat mindestens elf Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ziele seien die Kleinstädte Safed und Naharia gewesen, sagte ein Armeesprecher in Tel Aviv. Es habe keine Verletzen gegeben. Auch in der Hafenstadt Haifa landeten Hisbollah-Raketen. Nach israelischen Angaben gab es Verletzte.
Israel setzt Streumunition ein
Die israelische Armee setzt im Libanon so genannte Streumunition ein. Dies sei aber «nach internationalem Recht legal», so die Armee. Die Menschenrechts- Organisation Human Rights Watch hatte der Armee vorgeworfen, beim Angriff auf den Ort Blida am 19. Juli durch die Geschosse einen Zivilisten getötet und mindestens zwölf verletzt zu haben. Sie nannte den Einsatz einen Verstoß gegen die Menschenrechte.
UN-Koordinator in Israel
Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, ist in der Nacht in Israel eingetroffen. Er wolle mit der israelischen Regierung über die Errichtung eines Korridors für humanitäre Hilfe innerhalb des Libanon verhandeln, sagte er.
Über 40 neue Luftangriffe
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Dienstag ihre Angriffe fortgesetzt. Mehr als 40 Ziele im Südlibanon seien getroffen worden, teilte die Armee mit. Medienberichten zufolge starben bei einem israelischen Angriff auf ein Haus in Nabatijeh sieben Mitglieder einer Familie.
Rice wirbt in Israel für Frieden
US-Außenministerin Condoleezza Rice hat sich für eine «dauerhafte» Friedenslösung im Nahen Osten ausgesprochen. Es gebe «einen Weg, voranzukommen», sagte sie in Jerusalem. UN-Generalsekretär Kofi Annan telefonierte mit der syrischen und iranischen Führung, um beide Länder stärker in die Verhandlungen über eine Waffenruhe einzubinden.
Heftige Kämpfe um Bint Dschbeil
Die schweren Gefechte zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der Hisbollah-Miliz um die Grenzstadt Bint Dschbeil im Südlibanon dauern an. Die Armee hat nach eigenen Angaben weite Teile der Stadt eingenommen. Seit Montag kamen laut Armee zwei Soldaten und drei Hisbollah-Kämpfer ums Leben. 14 israelische Soldaten seien verletzt worden.
Montag, 24. Juli
Bundesregierung entsendet Erkundungsteams
Außenminister Frank Walter Steinmeier hat zur Sondierung der Lage parallel zu seiner Reise in den Nahen Osten hochrangige Erkundungsteams nach New York, Beirut und Damaskus geschickt.
Kritik im Libanon gegen US-Vorschläge
Eine Initiative von US-Außenministerin Condoleezza Rice für ein Ende der Gewalt im Libanon ist bei Teilen der libanesischen Führung auf Ablehnung gestoßen. Rices Vorschläge seien inakzeptabel, da sie nicht als ersten Schritt einen Waffenstillstand vorsähen, sagte der Parlamentspräsident Nabih Berri.
USA schicken Hilfsgüter in den Libanon
Die USA wollen am Dienstag Schiffe und Hubschrauber mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern in den Libanon schicken. US-Präsident George W. Bush habe die Hilfslieferungen angeordnet, sagte der Sprecher des Weißen Hauses,
Tony Snow, am Montagabend.
Libanon gegen gewaltsame Hisbollah-Entwaffnung
Der libanesische Staatschef Emile Lahoud hat sich gegen den Einsatz von Gewalt bei der Entwaffnung der Hisbollah ausgesprochen. Der Mehrheitsführer im Parlament, Saad Hariri, bat die EU um massive humanitäre Hilfe.
Israel nimmt Hisbollah-Kämpfer fest
Die israelische Armee hat zwei Hisbollah-Kämpfer in Gewahrsam genommen. Es seien die ersten Gefangenen seit Beginn der Offensive im Libanon.
Israelischer Hubschrauber an Grenze abgestürzt
Nahe der Grenze zum Libanon ist ein israelischer Helikopter abgestürzt. Offenbar flog er gegen einen Strommast.
Rice in Beirut gelandet
US-Außenministerin Condoleezza Rice ist am Montag zu einem nicht angekündigten Besuch im Libanon eingetroffen. Die Ministerin landete am Nachmittag in Beirut. Sie wolle dort den libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Saniora treffen, hieß es. Nach der ursprünglichen Reiseplanung wollte Rice zuerst in Jerusalem mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert und am Dienstag im Westjordanland mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammenkommen.
1750 Deutsche ausgeflogen
Nach zwölf Tagen militärischer Auseinandersetzung zwischen Israel und Libanon hat die Bundeswehr insgesamt 1750 Deutsche aus dem Krisengebiet ausgeflogen. Am frühen Montagmorgen seien 200 von ihnen mit einem Airbus der Luftwaffe von der syrischen Hauptstadt Damaskus nach Deutschland gebracht worden, wie ein Sprecher sagte. Die Maschine sei um 2:15 Uhr auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn gelandet. Zunächst seien keine weiteren Flüge geplant.
Israel weitet Boden-Offensive aus
Israel hat in der Nacht weitere Bodentruppen in den Libanon geschickt. Es handele sich nicht um eine größere Operation, teilte die Armee mit. Im Ort Bint Dschabeil lieferten sich die Soldaten ein heftiges Feuergefecht mit Milizionären der radikal-islamischen Hisbollah. Der Ort gilt als Hisbollah-Hochburg. Den Angaben zufolge gelang es der Armee, neun Abschussrampen der Hisbollah zu zerstören.
Israel nimmt Hisbollah-Kämpfer gefangen
Die israelische Armee hat bei einem Gefecht im Südlibanon zwei Hisbollah-Kämpfer gefangen genommen. Dies teilten Militärsprecher am frühen Montag mit. Es handele sich um die ersten Gefangenen, die die israelischen Truppen seit Beginn ihrer Offensive gemacht hätten, berichtete der israelische Armeesender. Die Männer seien nach Israel gebracht worden.
Israel beschießt Ziele im Gazastreifen
Israelische Kampfhubschrauber haben in der Nacht zum Montag ein Haus in Gaza angegriffen. An dem Haus sei schwerer Schaden entstanden, teilen palästinensische Sicherheitskreise mit. Zwei Menschen seien verletzt worden. Den Angaben zufolge sollen militante Palästinenser Waffen in dem Haus gelagert haben. Wenige Minute nach diesem Angriff explodierte im Norden des Gazastreifens neben einem kleinen Krankenhaus eine israelische Panzergranate. Es sei niemand verletzt worden, teilten dortige Mitarbeiter mit.
Saudi-Arabien fordert USA zum Handeln auf
Saudi-Arabien hat US-Präsident George W. Bush am Sonntag offiziell um eine Intervention im Nahostkonflikt gebeten. Er habe dem US-Präsidenten einen Brief von König Abdullah mit der Bitte überreicht, sich um einen sofortigen Waffenstillstand in der Region zu bemühen, sagte der saudische Außenminister Prinz Saud al Faisal nach einem Treffen mit Bush und US-Außenministerin Condoleezza Riche im Weißen Haus. (nz)