18.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Deutsche im Libanon kurz vor der Ausreise nach Syrien
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Bundesregierung hat mehr als 300 Deutsche aus dem Libanon zurückgeholt. In den nächsten Tagen sollen alle Bundesbürger die Möglichkeit erhalten, das Krisengebiet zu verlassen.
An Bord eines Airbus A330-200 sind 320 Deutsche aus dem Libanon ausgeflogen worden. Die Maschine landete am Dienstagmorgen mit etwa zweistündiger Verspätung auf dem Düsseldorfer Flughafen.
Nach Angaben eines LTU-Sprechers hatte sich der Abflug aus Damaskus verzögert. Ein von der deutschen Botschaft organisierter Bus-Konvoi von der libanesischen Hauptstadt Beirut nach Damaskus sei am Grenzübergang nach Syrien aufgehalten worden.
Zahlreiche Angehörige warteten in der Ankunftshalle des Flughafens. Laut der LTU waren rund 300 LTU-Passagiere und 20 Passagiere anderer Fluggesellschaften an Bord. Es handele sich um Deutsche, teilweise mit libanesischer Abstammung. «Wir haben auch zehn Kinder dabei, die ohne Begleitung reisen und hier von Angehörigen abgeholt werden», sagte der Sprecher.
Am Flughafen in Damaskus sei die Lage überschaubar gewesen, hieß es. Trotz der Ereignisse seien die Passagiere bei recht guter Verfassung. Zwei speziell ausgebildete Mitarbeiter hätten sie an Bord psychologisch betreut, weitere 20 stünden am Flughafen bereit.
Normalerweise fliegt die LTU zwei Mal wöchentlich die libanesische Hauptstadt Beirut an. Die LTU hält dies aber wegen der andauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen derzeit für nicht möglich. Der Flughafen der Stadt sei nicht mehr nutzbar, hieß es.
LTU hält Flughafen Damaskus für sicherDie Flüge nach Damaskus stellten hingegen kein besonderes Gefahrenpotenzial dar, so der Sprecher. «Der Flughafen von Damaskus gilt als sicher.» Nach seinen Angaben sind derzeit keine weiteren Evakuierungsflüge der LTU geplant. Es hätten sich keine Passagiere der Fluggesellschaft mehr gemeldet, die den Libanon verlassen wollten.
Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) geht hingegen davon aus, dass sich noch weitere ausreisewillige Deutsche im Libanon aufhalten. Die Bundesregierung sehe sich «in der Pflicht und in der Verantwortung», diese Menschen in Sicherheit zu bringen, sagte er im ZDF-«Morgenmagazin».
400 Deutsche sollen noch ausgeflogen werdenAm Mittwoch sei ein Buskonvoi vorgesehen, am Freitag sollten neue Flüge von Damaskus aus starten. Damit sollten weitere rund 400 Deutsche das Krisengebiet verlassen. (nz)