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Israel wirft Iran Hilfe im Libanon vor - 20 Tote bei Angriff auf Bus: 

Israel wirft Teheran Hilfe bei Angriffen vor

15. Jul 2006 12:36, ergänzt 16:07
Israelische Offensive im Libanon
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Israels Geheimdienst zufolge war der Iran am Angriff auf ein israelisches Kriegsschiff nicht unbeteiligt. US-Präsident Bush verlangt derweil von Syrien, gegen die Angriffe der Hisbollah vorzugehen.

Der israelische Geheimdienst hat schwere Vorwürfe gegen den Iran erhoben. Der Iran habe rund 100 Soldaten im Libanon stationiert, die die Hisbollah-Miliz beim Angriff auf ein israelisches Kriegsschiff unterstützt hätten, sagte ein ranghoher Beamter in Beirut. Das Schiff wurde bei dem Angriff am Freitagabend schwer beschädigt und musste abgeschleppt werden. Zwei Soldaten starben, zwei weitere werden noch vermisst. Nach israelischen Angaben war die Waffe eine Rakete aus iranischer Produktion.

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  • Israel dementierte unterdessen Medienberichte über einen Luftangriff auf syrischem Gebiet. «Es wurden Stellungen auf der libanesischen Seite der Grenze getroffen», sagte eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv. Die libanesische Polizei teilte mit, es habe vier Raketeneinschlägen im «Niemandsland» zwischen Syrien und dem Libanon am Grenzposten Masnaa gegeben. Zuvor hatten libanesische Quellen von einem Angriff auf einen Grenzposten nahe der Grenze zum Libanon gesprochen.

    Bush fordert Syrien zum Handeln auf

    US-Präsident George W. Bush machte die libanesische Hisbollah-Miliz für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Vor Beginn des G-8-Gipfels in Sankt Petersburg forderte Bush die Hisbollah am Samstag auf, die Angriffe auf Israel zu stoppen. «Syrien muss seinen Einfluss auf die Hisbollah geltend machen», verlangte der US-Präsident.

    George W. Bush
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    Schon zuvor hatte Bush am Freitag eine Bitte der libanesischen Regierung abgelehnt, Israel zur Einstellung der Angriffe zu bewegen. «Der Präsident wird keine militärischen Entscheidungen für Israel treffen», sagte sein Sprecher in Washington.

    Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Angriffe der Hisbollah auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush als inakzeptabel. Israels Sorgen seien gerechtfertigt, es dürfe aber keine übermäßige Gewalt geben.

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow forderte ein sofortiges Ende der Raketenangriffe auf Israel. Er forderte alle Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

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  • Droht ein neuer Krieg in Nahost? 
  • Die Außenminister der Arabischen Liga kamen am Samstag in Kairo zu einem Krisentreffen zusammen. Der Libanon legte ihnen einen Entwurf für eine Resolution vor, in dem die israelische Offensive verurteilt und dem Libanon das Recht zugesprochen wird, sich «der Besatzung mit allen legitimen Mitteln zu widersetzen».

    Tod deutscher Familie unbestätigt

    Das Auswärtige Amt in Berlin teilte unterdessen mit, es gebe noch keine Bestätigung über den Tod einer deutsch-libanesischen Familie bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe. Einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» zufolge war die Familie aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch bei Verwandten, als das Haus in Schoher zerstört worden sei. Dabei seien drei Familienmitglieder umgekommen

    Der Sprecher der israelischen Botschaft in Berlin, Amit Gilad, sagte, Israel setzte anders als die Hisbollah alles daran, Zivilopfer zu verhindern. Wenn es tatsächlich zum Tod der deutsch-libanesischen Familie gekommen sei, «bedauern wir es zutiefst.»

    Rakete trifft Kleinbus mit Zivilisten

    Die israelische Armee setzte am Samstag ihre Offensive im Libanon fort. Die rund 150 Bewohner des Dorfes Marwahin an der Grenze zu Israel mussten nach einem Ultimatum ihre Häuser verlassen, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete. Soldaten hätten sie aufgefordert, das Dorf binnen zwei Stunden zu räumen, andernfalls werde die Ortschaft zerstört, hieß es.

    Am Samstag traf eine israelische Rakete im Südlibanon einen Kleinbus, der flüchtende Zivilisten beförderte. Mindestens 20 Menschen, seien getötet worden, teilen libanesische Sicherheitskreise mit, darunter mehrere Kinder. Damit stieg die Zahl der Todesopfer im Libanon seit Beginn der israelischen Angriffe am Mittwoch auf fast 90.

    Der Fernsehsender der libanesischen Hisbollah-Miliz berichtete, bei einem israelischen Angriff in Hermel seien über drei Menschen getötet worden. Sicherheitskräfte sprachen dagegen von sechs Verletzten. Ein israelischer Militärsprecher sagfte am Morgen, die Luftwaffe habe in den vorangegangenen 24 Stunden 44 Ziele im Libanon angegriffen.

    Drei Hisbollah-Raketen schlugen nach Armeeangaben in der nordisraelischen Stadt Tiberias ein. Berichte über Opfer lagen nicht vor. Tiberias am Westufer des Sees Genezareth liegt 35 Kilometer von der israelisch-libanesischen Grenze entfernt.

    Tote im Gazastreifen

    Bei einem Luftangriff auf ein Wohnhaus in Gaza starben am Morgen zwei Palästinenser, wie Rettungskräfte mitteilten. Augenzeugen zufolge hatten sie dort Raketen für Angriffe auf Israel präpariert.

    Das Auswärtige Amt rief die rund 1100 im Libanon lebenden Deutschen dazu auf, an ihrem Aufenthaltsort zu bleiben, Reisen zu vermeiden und sich nicht in der Nähe von Flughäfen, Kraftwerken oder Verkehrsknotenpunkten aufzuhalten. Wer ausreisen wolle, dem werde geholfen, sagte eine Sprecherin am Samstag in Berlin. (nz)

     
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