15.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Niels Annen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Sozialdemokraten sind uneins über ihre Linie zur neuen Gewalt im Nahen Osten. Während Fraktionzvize Kobow Israel scharf kritisiert hatte, sehen andere Außenpolitiker eher Syrien in der Pflicht. Thema: Eskalation im Nahen Osten Deutsche sollen im Libanon getötet worden sein Israel verteidigt Angriffe: Libanon «Nutznießer» Zentralrat der Juden kritisiert Steinmeier SPD wirft Israel Völkerrechtsbruch vor Steinmeier kritisiert israelische Angriffe
Die SPD-Außenpolitiker Niels Annen und Gert Weisskirchen haben die libanesische Hisbollah-Miliz aufgefordert, die beiden entführten israelischen Soldaten freizulassen. «Hamas und Hisbollah müssen aufhören, Israel zu provozieren», sagte Weisskirchen der «Berliner Zeitung» am Samstag. Dann werde auch Israel sein Militär zurückziehen.
Annen forderte EU und USA auf, mehr Druck auf Syrien auszuüben, «damit Präsident Assad auf die Hisbollah einwirkt.» Er appelliere allerdings auch an Israel, die Zerstörung der libanesischen Infrastruktur zu beenden. Verantwortlich für die Eskalation des Konflikts ist Annen zufolge die Hisbollah, denn die Drohung, Haifa mit Raketen zu beschießen, sei «die größte Provokation, die man sich vorstellen kann».
«Völkerrechtswidrig»Der SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow hatte zuvor in der Netzeitung vor allem an Israel scharfe Kritik geübt. Er nannte die israelischen Angriffe auf die libanesische Infrastruktur, «die militärisch gar nicht relevant ist», völkerrechtswidrig und verlangte von Israel, umgehend Verhandlungen als Grundlage zur Konfliktlösung zu akzeptieren. Israel hatte Verhandlungen mit der Hisbollah bisher abgelehnt.
Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte die israelischen Angriffe auf die Infrastruktur des Libanon kritisiert. Er forderte eine angemessene israelische Reaktion, die den Libanon nicht destabilisiere. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warf Steinmeier daraufhin vor, mit «zweierlei Maß» zu messen, da er die Raketenangriffe aus israelische Zivilisten dabei nicht erwähnt habe. (nz)