Luftangriff auf Kriegsschiff: Zwei israelische Soldaten tot:
Tote nach Luftangriff auf Kriegsschiff
15. Jul 2006 08:26, ergänzt 11:43
 |  Israelische Artillerie | Foto: dpa |
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Die israelische Armee hat den Angriff auf ein Kriegsschiff gemeldet. Zwei Soldaten sind tot, vier werden vermisst. Offenbar kam eine fortschrittliche Waffe zum Einsatz.
Thema: Eskalation im Nahost-Konflikt |
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Die israelische Armee hat am Samstag Berichte dementiert, die libanesische Hisbollah-Miliz habe ein unbemanntes, mit Sprengstoff beladenes Flugzeug gegen ein Kriegsschiff eingesetzt. Zuvor hatten Medien unter Berufung auf die Armee berichtet, das Schiff sei von einer solchen Drohne getroffen worden.Den aktuellen Angaben zufolge handelte es sich aber um einen Raktenangriff. Das Schiff mit 80 Besatzungsmitgliedern fing Feuer und wurde noch brennend zur israelischen Hafenstadt Haifa abgeschleppt. Vier Soldaten wurden nach Armeeangaben zunächst vermisst, zwei davon aber später auf dem Schiff tot gefunden. Die Suche nach den anderen Soldaten geht weiter. Es sei auch ein Handelsschiff getroffen worden, hieß es. Es soll sich um ein Schiff unter ägyptischer Flagge handeln.

Droht ein neuer Krieg in Nahost? |
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Die Hisbollah pries den Angriff als Erfolg, erwähnte aber nicht, dass eine Drohne im Spiel gewesen sei. Die schiitische Miliz hatte bislang noch keine Drohnen für Angriffe auf Israel eingesetzt. Sie hat solche unbemannten Flugzeuge aber schon bereits zwei Mal zu Spionagezwecken über nordisraelisches Territorium fliegen lassen.
Hisbollah droht mit «Krieg»
Kurz zuvor hatte Hisbollah-Chef Scheik Hassan Nasrallah Israel mit «offenem Krieg» gedroht. In der Nacht zum Samstag setzte Israel seine Luftangriffe in geringerem Ausmaß als bisher fort. Der arabische Sender Al Dschasira meldete nur Raketeneinschläge aus dem Südlibanon, nicht aber aus der Hauptstadt Beirut. Am Vorabend hatte Ministerpräsident Ehud Olmert nach Angaben des israelischen Rundfunks weitere Angriffe im Libanon genehmigt.Am Samstag griffen Kampfflugzeuge erneut die Infrastruktur des Libanon an. Getroffen worden seien Brücken, Treibstofftanks und Tankstellen im Osten und Süden des Landes, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen. Auch palästinensische Flüchtlingslager im Norden des Landes sollen das Ziel von Luftangriffen gewesen sein.
Die Hisbollah beschoss wieder den Norden Israels. Mehrere Raketen vom Typ Katjuscha schlugen am Samstag in der Nähe der Orte Safet und Shlomi ein, wie israelische Medien berichteten. Berichte über Opfer lagen nicht vor. Am frühen Morgen warf die israelische Luftwaffe Flugblätter über der libanesischen Hauptstadt Beirut ab. Darin wurde Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah als Giftschlange dargestellt und mit weiteren Angriffen gedroht.
Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora warf Israel vor, sein Land «in Stücke zu schlagen». Er verlangte im US-Nachrichtensender CNN einen sofortigen Waffenstillstand. «Von uns wird verlangt, die Hisbollah zu stoppen. Aber niemand macht den notwendigen Druck, um Israel zu stoppen.»
«Nachgeben wäre Kapitulation»
Der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, verteidigte dagegen die Angriffe. Er sagte dem Radiosender MDR Info am Freitag: «Wir können nicht total von einer Terrororganisation abhängig sein, die bestimmt, wann Ruhe herrscht oder Soldaten entführt werden.» Die libanesische Regierung sei durch eine UN-Resolution verpflichtet, an der Grenze für Sicherheit zu sorgen.
Den von der Hisbollah geforderten Gefangenenaustausch lehnte Stein ab. «Wenn Israel bereit wäre zu einem Austausch für die Soldaten, dann hätte Israel kapituliert», sagte er dem Sender. Israel greife die Zivilbevölkerung nicht absichtlich an, aber die Hisbollah «verschanze» sich aber hinter der Bevölkerung. Auch im Gazastreifen gingen die Gefechte weiter. Ein Hubschrauber der israelischen Armee feuerte in der Nacht zum Samstag eine Rakete auf ein Gebäude in Gaza, in dem das Büro des Wirtschaftsministers der palästinensischen Hamas-Regierung, Ala al Aradsch, untergebracht ist. Berichte über Opfer liegen nicht vor. Das Gebäude befindet sich nahe einer Wohnanlage, wo etwa 600 Menschen leben. Die israelische Armee hat bei ihrer Offensive im Gaza-Streifen bereits mehrfach Büros von Regierungsmitgliedern bombardiert, darunter das von Ministerpräsident Ismail Hanja.
Proteste in arabischen Ländern
Tausende Demonstranten protestierten am Freitagabend in mehreren arabischen Ländern gegen die israelischen Offensiven im Libanon und im Gazastreifen. Vor der Al-Aschar-Moschee in Kairo versammelten sich rund 5000 Menschen. In Amman demonstrierten nach den Freitagsgebeten etwa 2000 Teilnehmer.Protestkundgebungen gab es auch im Irak, in Kuwait und im Sudan. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak und der jordanische König Abdullah II. forderten in einer gemeinsamen Erklärung den «sofortigen Stopp der Angriffe auf Zivilpersonen und bedeutende Infrastruktur». (nz)