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Hisbollah droht Israel mit offenem Krieg

14. Jul 2006 20:41, ergänzt 22:22
Scheich Hassan Nasrallah
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Die Hisbollah hat auf die Luftangriffe Israels mit klaren Drohungen reagiert. Wenn das Land es so wolle, werde es einen Krieg bekommen, sagte der Generalsekretär der radikalislamischen Organisation.

Der Generalsekretär der radikal-islamischen Hisbollah-Organisation im Libanon, Scheich Hassan Nasrallah, hat Israel mit einem «offenem Krieg» gedroht. «Wir bewegen uns auf einen offenen Krieg mit Israel zu», sagte er am Freitag in einer Ansprache im Hisbollah-Sender Al Manar. «Wenn sie (die israelische Regierung) einen offenen Krieg haben will, dann wird sie ihn bekommen.»

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Ein israelisches Kriegsschiff, das «unser Volk bombardiert» habe, brenne nun und sinke, sagte Nasrallah: «Schaut, wie es brennt.» Im israelischen Fernsehen hieß es dagegen, ein Kriegsschiff habe leichten Schaden erlitten. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira berichtete jedoch später, nach dem Angriff auf das Schiff würden vier Soldaten vermisst.

Der Hisbollah-Chef drohte mit weiteren Raketenangriffen auf die israelische Hafenstadt Haifa und weiter südlich gelegene Ortschaften. «Wir werden Haifa erreichen und, glaubt mir, sogar noch weiter». «Unsere Häuser werden nicht die einzigen sein, die zerstört werden, unsere Kinder werden nicht die einzigen sein, die sterben», erklärte Nasrallah.

Hauptquartier zerstört

Die israelische Luftwaffe hatte am Freitag ohne Unterlass Bombenangriffe gegen Ziele im Libanon geflogen und laut der Hisbollah-Miliz deren Hauptquartier in Beirut zerstört. Auch das Büro und der Wohnsitz von Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah seien bei dem Angriff getroffen worden, teilte die Miliz mit.

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  • Droht ein neuer Krieg in Nahost?
  • US-Präsident George W. Bush lehnte derweil eine Bitte der libanesischen Regierung ab, Israel zur Einstellung der Angriffe zu bewegen. «Der Präsident wird keine militärischen Entscheidungen für Israel treffen», stellte sein Sprecher Tony Snow in Washington klar. Bush habe in einem Telefongespräch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Saniora jedoch betont, Israel sollte bei den Angriffen versuchen, Menschenleben zu schonen, erklärte Snow.

    Steinmeier mit wenig Hoffnung

    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Freitagabend im Deutschlandfunk, wenn der Dialog wieder in Gang kommen solle, müssten zuerst die von der palästinensischen Hamas-Bewegung und der libanesischen Hisbollah entführten israelischen Soldaten freigelassen werden. Dies habe er bei seinen Gesprächen mit den Anliegern Israels, besonders Syrien, deutlich gemacht. Er sehe allerdings im Moment «nicht viel Hoffnung». In Syrien befindet sich die politische Führung der Hamas-Bewegung, Damaskus gilt zudem als Unterstützer der Hamas.

    Am Freitagabend wurden eine Großmutter und ihr Enkel in der nordisraelischen Gemeinde Moshav Meron durch eine Katjuscha-Rakete getötet. Das Geschoss war von Hisbollah-Milizionären im Südlibanon abgefeuert worden. Huderte Raketen sind seit Mittwoch, dem Beginn der israelischen Offensive im Libanon, in Israel eingeschlagen. Insgesamt kamen seit der jüngsten Eskalation im Nahostkonflikt bisher 75 Menschen ums Leben, darunter zwölf Israelis.

    Das amerikanische Außenministerium bereitet Pläne zur Evakuierung der 25.000 Amerikaner im Libanon vor. Das sagte Sprecher Sean McCormack in Washington. Dazu gehöre auch Rücksprache mit dem Verteidigungsministerium über etwaige militärische Hilfe. McCormack fügte hinzu, dass die Amerikaner die Sicherheitssituation zur Zeit selbst abschätzen müssen. Eine sichere Ausreiseroute gibt es nach der israelischen Bombardierung des Flughafens von Beirut nicht. (nz)

     
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