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Israels Truppen im Libanon - Olmert: «Kriegerischer Akt»: 

Israels Armee will «Spielregeln» ändern

12. Jul 2006 14:29, ergänzt 20:35
Israelischer Soldat an Grenze zum Libanon
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Nach der Verschleppung israelischer Soldaten durch die Hisbollah hat Israels Premier Olmert eine «schmerzhafte Antwort» angekündigt. Die libanesische Regierung hat sich von der Entführung distanziert.

Die israelische Armee plant bei der am Mittwoch begonnenen Militäraktion im Libanon nach eigenen Angaben nicht nur die Befreiung der beiden dort entführten Soldaten. Die Truppen seien dazu verpflichtet, die «Spielregeln an der nördlichen Front» zu verändern, berichtete die israelische «Haaretz» unter Berufung auf Armee-Quellen. Heereschef Dan Halutz drohte, mit Attacken auf die Infrastruktur «die Uhr im Libanon um zwanzig Jahre zurückzudrehen», sollten die Soldaten nicht freigelassen werden.

Die Kämpfe im Nahen Osten hatten nach der Entführung der beiden israelischer Soldaten durch die radikale libanesische Hisbollah auf den Libanon übergegriffen. Israelische Bodentruppen drangen am Mittwoch in das südwestliche Grenzgebiet des Nachbarlands vor. Radioberichten zufolge befindet sich eine große Anzahl von Soldaten im Einsatz.

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Bei heftigen Gefechten und Luftangriffen wurden mehrere Menschen getötet. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, die Streitkräfte bereiteten die Einberufung einer Reservedivision mit mehreren tausend Mann vor.

Israels Regierungschef Ehud Olmert nannte die Verschleppung der Soldaten einen «kriegerischen Akt». Er warnte davor, dass auf den Staat Israel und seine Bürger «schwierige Zeiten» zukämen. «Es gibt Menschen, die versuchen, unsere Entschlossenheit auf die Probe zu stellen. Sie werden scheitern und sie werden einen hohen Preis dafür bezahlen». sagte er.

Protestschreiben an Kofi Annan

Für die Eskalation machte Olmert die libanesische Regierung verantwortlich. Die israelische Reaktion auf die Angriffe werde sehr schmerzhaft sein, drohte er. Die Bewohner Nordisraels wurden aufgefordert, die Schutzräume aufzusuchen. Israel habe ein Protestschreiben an UN-Generalsekretär Kofi Annan gerichtet, sagte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman vor Journalisten in New York.

Der Libanon hat indes jede Verantwortung für die Entführung der Soldaten seitens der Hisbollah-Miliz zurückgewiesen. Die Regierung in Beirut distanzierte sich am Mittwochabend von der Aktion der im Libanon ansässigen schiitischen Miliz. Sie erklärte zugleich ihre Bereitschaft zur Vermittlung und rief den UN-Sicherheitsrat zum Eingreifen auf.

Tote und Verletzte bei Kämpfen

Am Morgen war es zu heftigen Artilleriegefechten an der gemeinsamen Grenze gekommen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, mit den Angriffen begonnen zu haben. Nach israelischen Angaben wurden mehrere Siedlungen im Norden des eigenen Landes attackiert. Nachdem Israel von der Entführung erfahren hatte, griffen israelische Kampfflugzeuge Straßen, Brücken und vermutete Stellungen der Hisbollah im Süden Libanons an - offenbar um zu verhindern, dass die Soldaten weiter von der Grenze weggebracht werden.

Libanesin vor zerbombten Haus im Süden des Landes
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Bisher kamen nach israelischen Angaben drei Soldaten ums Leben. Sie seien bei den Gefechten am Morgen getötet worden, teilte die Armee mit. Drei weitere Israelis seien gestorben, als ihr Panzer an der Grenze explodiert sei, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen. Israel bestätigte das bisher nicht.

Bewohner der südlichen Stadtteile von Beirut reagierten auf die Nachricht von der Entführung der Soldaten mit Schüssen in die Luft und dem Zünden von Feuerwerkskörpern.

Kampfjets über Sidon

Bei dem Angriff auf eine Brücke im Südlibanon wurden zwei Bewohner getötet, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen bekannt wurde. Zudem hätten israelische Kampfflugzeuge die Stadt Sidon überflogen. Dabei seien sie von libanesischen Abwehrstellungen beschossen worden. Die Hisbollah gab bekannt, ihre Kämpfer hätten einen Panzer bei dem Versuch zerstört, die Grenze zu überschreiten.

Die US-Regierung hat die Entführung der Soldaten indes als «grundlosen Terror-Akt» bezeichnet. Damit wolle die Hisbollah die ohnehin großen Spannungen in der Region weiter anheizen und weitere Gewalt säen, heißt es in einer Erklärung des Sprechers des Weißen Hauses, Tony Snow, vom Mittwoch. Die USA verlangten die sofortige und bedingungslose Freilassung der beiden verschleppten Soldaten.

Snow machte zugleich Syrien und den Iran als langjährige Unterstützer der Hisbollah mitverantwortlich für die Gewalt. Die Entführung gefährde die Sicherheit des Libanons und sei ein Affront für die Regierung in Beirut.(nz)

 
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