11.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Gilad Schalit
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine israelische Kommission zur Entführung des Soldaten Schalit hat Kritik an der Reaktion der Armee geäußert. Unterdessen fliegt die israelische Luftwaffe neue Angriffe.
Eine Untersuchungskommission hat die israelischen Streitkräfte für ihre langsame Reaktion auf die Entführung des Soldaten Gilad Schalit Palästinenser gerügt. Der Leiter der Kommission, der frühere Brigadegeneral Giora Eiland, sagte am Montag, der 19-jährige Schalit sei erst knapp 90 Minuten nach seiner Entführung durch militante Palästinenser als vermisst gemeldet worden.
Eiland zufolge sind vier Palästinenser bereits sechs Minuten nach den ersten Schüssen mit Schalit in den Gazastreifen zurückgekehrt. Am 25. Juni waren insgesamt sieben Palästinenser vom Gazastreifen aus durch einen Tunnel nach Israel gelangt und hatten einen Wachtposten angriffen. Die israelische Armee begann nach der Entführung mit einer Offensive im Gazastreifen, der bislang mindestens 58 Palästinenser zum Opfer fielen.
Neue LuftangriffeIn der Nacht zum Dienstag griff die Luftwaffe erneut Ziele im Gazastreifen an. Hubschrauber griffen israelischen Medien zufolge östlich der Stadt Gaza einen bewaffneten Palästinenser an und bombardierten kurz darauf sei eine Brücke nahe der Ortschaft Bet Chanun. Eine Armeesprecherin sagte, die Brücke werde von militanten Palästinensern benutzt, an die Nordgrenze zu Israel zu gelangen und von dort aus Raketen abzufeuern.
Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, Ministerpräsident Ehud Olmert und Verteidigungsminister Amir Perez hätten am Vorabend den Einmarsch zahlreicher weiterer Bodentruppen in den Gazastreifen gebilligt. Ziel sei es, den Beschuss israelischer Grenzorte zu unterbinden. Israel hatte am 28. Juni die Offensive «Sommerregen» begonnen, laut offiziellen Angaben zur Befreiung des entführten Soldaten. (nz)