06.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Irans Präsident Mahmut Ahmadinedschad
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Streit um das iranische Atomprogramm verhärten sich die Fronten. Israels Ministerpräsident Olmert bezeichnete den Iran als «schwere Bedrohung der modernen Welt».
Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sieht im iranischen Atomprogramm «eine schwere Bedrohung der modernen Welt». Vor einer Sitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) forderte er am Montag während einer Video-Ansprache vor Repräsentanten der jüdischen Organisation AIPAC in Washington, Israel könne das Programm nicht allein stoppen. Olmert lobte zugleich die Rolle der USA im Bemühen, das iranische Atomprogramm zu kontrollieren.
Die internationale Gemeinschaft verlangt von dem Iran die Einstellung der Urananreicherung auf iranischem Boden, da sie befürchtet, dass die Regierung in Teheran damit Atombomben entwickeln könnte. Die iranische Regierung bekräftigt, sie verfolge mit ihrer Atomforschung ausschließlich friedliche Zwecke. Der Iran besteht aber darauf, sein Atomprogramm unter allen Umständen fortzusetzen.
Am Montag bekräftigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass sich die Regierung in Teheran nicht vom ihrem Kurs abbringen lasse. «Das politische Tamtam des Westens wird nicht den geringsten Einfluss auf unsere Entscheidung haben», zitierte ihn die iranischen Agentur ISNA. «Wir haben uns für unseren Weg entschieden und werden auf diesem legitimen Weg weiter schreiten und uns keinem Druck beugen», fügte er hinzu.
US-Botschafter Bolton warnt Iran vor KonsequenzenDer amerikanische UN-Botschafter John Bolton hatte am Sonntag dem Iran unmissverständlich gedroht. Die USA würden alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um mögliche Bedrohungen durch ein iranisches Atomprogramm zu beantworten. Wenn Teheran sich weiter international isoliere, müsse sich das Land auf «spürbare und schmerzliche Konsequenzen» einstellen, sagte Bolton.
In Wien beginnen am heutigen Montag mehrtägige IAEA-Beratungen, in deren Mittelpunkt erneut der Streit um das iranische Atomprogramm steht. Vom Verlauf der Debatte könnte abhängen, ob und wann sich der Weltsicherheitsrat mit dem Fall befasst. (nz)