netzeitung.deIslamisten fordern Schließung von EU-Büros

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Der Streit um Mohammed-Karikaturen spitzt sich zu. Radikale Palästinenser haben in Gaza ein Büro der Europäischen Union umstellt. Thema: Mohammed-Satire Karikaturen-Streit: Wie es dazu kam Beck fordert: Muslime müssen Satire ertragen Inlandspresse mahnt Muslime zu Zurückhaltung Zeitungs-Chef nach Karikatur-Abdruck gefeuert SPD-Experte verteidigt Mohammed-Satire Tausende protestieren gegen Karikaturen

Bewaffnete Palästinenser haben am Donnerstag vor dem Büro der EU in Gaza gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen protestiert.

Die etwa 50 Männer seien maskiert und mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten ausgerüstet, berichteten Augenzeugen. Sie gehörten den Al-Aksa-Brigaden der bisher regierenden Fatah-Organisation und dem radikalen Islamischen Dschihad an.

Schließung von EU-Vertretungen
Agenturangaben zufolge forderten die Protestierenden die Schließung von EU-Vertretungen. Die Fatah-Kämpfer verlangten zudem von den Regierungen Frankreich, Dänemark und Norwegen eine Entschuldigung. Sie riefen die Palästinenser zum Boykott von Waren aus den drei Ländern auf. Einige seien auf die Mauern, die das Gebäude umgeben, geklettert, hieß es. Dabei hätten sie mehrmals in die Luft geschossen.

Die Kämpfer hatten in der Nacht eine Erklärung veröffentlicht, in der es hieß: «Jeder Norweger, Däne oder Franzose, der sich auf unserem Gebiet befindet, ist unser Ziel.»

Demo vor dänischer Botschaft
In der syrischen Hauptstadt Damaskus protestierten indes rund 300 Demonstranten vor der dänischen Botschaft gegen die Veröffentlichung der Karikaturen.

Die dänische Regierung befürchtet eine kräftige Ausweitung von Boykottaktionen in der islamischen Welt wegen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Außenminister Per Stig Møller begründete dies in der Zeitung «Børsen» mit dem Nachdruck der Zeichnungen in anderen europäischen Ländern wie Frankreich. Damit werde die Aufmerksamkeit auch in Länder getragen, aus denen bisher keine Proteste gegen die zuerst in Dänemark veröffentlichten Zeichnungen gekommen seien.

Boykott dänischer Produkte
Zeitungen in Deutschland und Frankreich hatten am Mittwoch Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed aus dänischen Zeitungen nachgedruckt.

In Saudi-Arabien werden dänische Produkte inzwischen boykottiert. Arabische Minister haben die dänische Regierung aufgefordert, die Zeitung «Jyllands-Posten» für die Veröffentlichung zu bestrafen. Deren Chefredakteur bedauerte mittlerweile, «viele Moslems verletzt» zu haben. (nz)