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EU-Büro in Gaza wegen Karikaturen gestürmt

30. Jan 2006 14:55
Im eskalierenden Streit um Mohammed-Karikaturen hat das Außenministerium in Kopenhagen die Dänen vor Reisen in mehrere arabische Länder gewarnt. Palästinenser stürmten am Montag in Gaza ein EU-Büro.

Bewaffnete Palästinenser haben am Montag ein Büro der EU in Gaza gestürmt. Wie Augenzeugen berichteten, drangen die Männer in das Gebäude ein und forderten die Beschäftigten auf, die Räume zu verlassen. Die radikal-islamische Hamas rief in einer in Gaza verbreiteten Erklärung zum Boykott dänischer Produkte auf.

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Die Proteste richten sich gegen die Veröffentlichung von Zeichnungen mit dem Propheten Mohammed in der größten und betont islamkritischen dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» Ende September. Das Blatt wollte damit nach eigener Aussage für Meinungsfreiheit und gegen wachsenden Druck fundamentalistischer Islamisten demonstrieren.

Regierungsstellen in Oslo und Kopenhagen bestätigten am Montag, dass eine palästinensische Fatah-Gruppe alle Bürger aus den skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden ultimativ zum Verlassen des Gazastreifens bis Dienstag aufgefordert hat. Man nehme die damit verbundene Gewaltdrohung ernst, hieß es.

Reisewarnungen

Das Außenministerium in Kopenhagen hat die Dänen vor Reisen in mehrere arabische Länder gewarnt. Das Ministerium riet am Montag wegen dortiger Proteste von Reisen nach Saudi-Arabien ab und forderte zu «erhöhter Vorsicht» bei Aufenthalten in Ländern wie Ägypten, Algerien und Pakistan auf.

Die Kopenhagener Regierung reagierte damit auf Berichte über die zunehmende Ausbreitung von Protestaktionen wie Käuferboykotten, Demonstrationen und Verbrennungen dänischer Flaggen in islamischen Ländern.

Nach Abzug des saudi-arabischen Botschafters aus Kopenhagen haben am Wochenende Libyen und Kuwait denselben Schritt angekündigt oder sich wie Syrien und Iran den Protesten gegen die Veröffentlichung der als «blasphemisch» eingestuften Zeichnungen angeschlossen. Von Regierungen wie auch islamischen Organisationen wird eine offizielle Entschuldigung der dänischen Regierung sowie der Zeitung verlangt.

Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hatte die Veröffentlichung der Zeichnungen stets als «nicht verhandelbaren» Ausdruck der Meinungsfreiheit in seinem Land verteidigt. (nz)

 
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