EU-Büro in Gaza wegen Karikaturen gestürmt
30.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Regierungsstellen in Oslo und Kopenhagen bestätigten am Montag, dass eine palästinensische Fatah-Gruppe alle Bürger aus den skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden ultimativ zum Verlassen des Gazastreifens bis Dienstag aufgefordert hat. Man nehme die damit verbundene Gewaltdrohung ernst, hieß es.
Die Kopenhagener Regierung reagierte damit auf Berichte über die zunehmende Ausbreitung von Protestaktionen wie Käuferboykotten, Demonstrationen und Verbrennungen dänischer Flaggen in islamischen Ländern.
Nach Abzug des saudi-arabischen Botschafters aus Kopenhagen haben am Wochenende Libyen und Kuwait denselben Schritt angekündigt oder sich wie Syrien und Iran den Protesten gegen die Veröffentlichung der als «blasphemisch» eingestuften Zeichnungen angeschlossen. Von Regierungen wie auch islamischen Organisationen wird eine offizielle Entschuldigung der dänischen Regierung sowie der Zeitung verlangt.
Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hatte die Veröffentlichung der Zeichnungen stets als «nicht verhandelbaren» Ausdruck der Meinungsfreiheit in seinem Land verteidigt. (nz)

