Portrait: Hamas-Führer Mahmud al Sahar
Sahar galt als enger Vertrauter des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin, den die israelische Armee im März 2004 tötete. Im September drohte der Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas, ihn gezielt zu töten, wenn Sahar nichts gegen den Raketenbeschuss israelischer Dörfer aus dem Gazastreifen unternehme. Man werde Sahar «dahin schicken, wo Rantisi und Jassin sind», so Mofas.
In den vergangenen Wochen zeigte sich der Hamas-Führer jedoch verhandlungsbereit. «Verhandlungen mit Israel über eine dritte Partei sind kein Tabu», sagte er zwei Tage vor der Wahl. «Wenn es um die Befreiung unseres Landes geht, die Befreiung unserer Leute aus den israelischen Gefängnissen, den Wiederaufbau dessen, was von der langen israelischen Besatzung zerstört wurde, dann können wir diskutieren», sagte er in einem Rundfunkinterview Ende vergangenen Jahres.
Sahar ist verheiratet und Vater von sieben Kindern. Die drei Jungen und vier Mädchen erzieht er streng islamisch. Derzeit arbeitet er als Lehrer an der Krankenpflegerschule der Islamischen Universität, die er mitgegründet hat.
Seinen Aufstieg verdankt Sahar vor allem seinem Redetalent, das er als Prediger während des wichtigen Freitagsgebets bewies. Israel wies wiederholt darauf hin, dass er in seinen Predigten zu Gewalt gegen Israel aufrufe. Während der ersten Intifada (1987 bis 1993) verhaftete die israelische Armee Sahar mehrere Male. Zusammen mit 425 Führern von Hamas und Islamischem Jihad wurde er 1992 in den südlichen Libanon deportiert.
Nach der Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörde 1993 wurde Sahar mehrfach von den Sicherheitskräften der Palästinensischen Autonomiebehörde festgenommen. Den mit sieben Monaten längsten Gefängnisaufenthalt verbüßte er im Zentralgefängnis von Gaza-Stadt. (dpa)

