netzeitung.deNur langsame Genesung Scharons erwartet

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Besorgt: Uno-Generalsekretär Annan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Besorgt: Uno-Generalsekretär Annan
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UN-Generalsekretär Annan zeigt sich besorgt über das Schicksal des israelischen Ministerpräsidenten Scharon. Nach einem Schlaganfall stabilisierte sich Scharons Gesundheitszustand in der Nacht. Noch immer liegt er im künstlichen Koma. Thema: Sorge um Scharon Bilderschau: Scharons Werdegang Analyse: Als jüdischer Staat kann Israel nicht existieren Experten rechnen mit Spätfolgen für Scharon Umfrage: Wähler bleiben Scharons Partei treu Sorge um Scharon bei Verbündeten und Gegnern Hoffen auf positive Nachrichten von Scharon Scharon nach OP im künstlichen Koma Porträt: Olmert, Scharons Vertrauter und Vorreiter

Der Zustand des israelischen Ministerpräsident Ariel Scharon hat sich stabilisiert, wie der Leiter der Jerusalemer Hadassa-Klinik am Freitagmorgen bekannt gab. Der Druck im Gehirn sei konstant, so dass zunächst keine weitere Operation notwendig sei, sagte Schlomo Mor-Jossef. «Das ist ein gutes Zeichen.» Scharon befinde sich nach wie vor in einem künstlichen Koma und werde beatmet. Am Samstag wollen die Ärzte frühestens beginnen, den Ministerpräsidenten aufzuwecken.

Sorge bei Annan
Es habe sich über Nacht keine Veränderung eingestellt, sagte der stellvertretende Direktor, Schmuel Schapira, im Militärradio. «Dies ist ein Stadium, das eine Menge Geduld erfordert», sagte der Arzt. «Wir rechnen nicht damit, dass sich bald etwas dramatisch ändert.» Scharon war am Mittwochabend nach einem Schlaganfall mit schweren Hirnblutungen ins Krankenhaus gebracht worden. Mehrere Experten äußerten Zweifel, dass sich Scharon wieder erholen und in die Politik zurückkehren könne.

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich am Donnerstagabend «sehr besorgt» über das Schicksal Scharons. Annan hoffe sehr fest, dass sich der Ministerpräsident schnell erhole, zitierte UN-Sprecher Stephane Dujarric den Generalsekretär. Der frühere UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Terje Roed-Larsen, nannte Scharon einen «schneidigen und wagemutigen Führer des israelischen Volkes», der zuletzt mutige Entscheidungen in Richtung eines Friedens mit den Palästinensern getroffen habe.

Nach Ansicht des deutschen Nahost-Experten Udo Steinbach müsste ein Ausfall Scharons nicht ein Rückschlag für den Friedensprozess im Nahen Osten bedeuten. Scharon sei «in seiner Rolle für den Friedensprozess überschätzt worden», zitierte die in Hannover erscheinende «Neue Presse» den Direktor des Deutschen Orientinstituts in Hamburg. Ein Ausscheiden Scharons aus der Politik könne vielmehr - wie der Tod des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat - auch eine Chance für den Friedensprozess darstellen. (nz)