Hariri-Mord: Uno verstärkt Druck auf Syrien
Mehlis erklärte, neue Hinweise hätten ihn in der Annahme bestärkt, dass die Geheimdienste Syriens und des Libanons in den Mordanschlag verwickelt gewesen seien, erklärte der Berliner Oberstaatsanwalt. Bei dem derzeitigen Tempo, das Syrien zulasse, werde es wohl noch zwei Jahre dauern, bis der Fall aufgeklärt sei.
Syrien habe eingewilligt, dass fünf ranghohe Beamte in Wien vernommen werden könnten, sagte der Sonderermittler. Es sei allerdings noch zu früh, um zu beurteilen, ob Syrien die Resolution des UN-Sicherheitsrates verletzt habe, in der dem Land weitere Konsequenzen angedroht wurden.
Der neue Bericht wurde nach dem jüngsten Anschlag, dem am Montag der Abgeordnete und Kolumnist Gibran Tueini zum Opfer gefallen war, mit besonderem Interesse verfolgt. Mehlis sagte, er habe Tueini im Zuge seiner Ermittlungen mehrfach als Zeugen gehört und sei sehr traurig, dass er unter so schrecklichen Umständen zu Tode gekommen sei.
Dem Sicherheitsrat liegt inzwischen auch ein Antrag Libanons vor, die UN-Ermittlungen auszuweiten. Darin eingeschlossen werden sollen auch andere vermutlich politisch motivierte Taten, wie die Ermordung von Tueini. Der libanesische Ministerpräsident Fuad Saniora telefonierte deshalb mit UN-Generalsekretär Kofi Annan. In Libanon vermuten viele Syrien hinter dem Attentat auf Hariri und andere prominente Syrien-Kritiker wie Tueini. Syrien hat dies zurückgewiesen. (nz)

