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Irans Krieg der Worte: Israel nach Europa verlegen : 

Irans Präsident: Israel nach Europa verlegen

08. Dez 2005 17:06, ergänzt 23:23
Mahmud Ahmadinedschad
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Irans Präsident Ahmadinedschad hat nachgelegt: Erst forderte er, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden. Jetzt will er das ganze Land umsiedeln. «Himmelschreiend und verwerflich» nennen das die USA.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat vorgeschlagen, Israel nach Europa zu verlegen. Damit sollten die Juden für den Holocaust entschädigt werden, sagte Ahmadinedschad am Donnerstag auf einem Islam-Gipfel in Mekka.

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  • «Mehrere europäische Staaten bestehen darauf, dass Hitler Millionen Juden verbrannte und in Konzentrationslager steckte», sagte Ahmadinedschad. «Jeder Historiker, Wissenschaftler oder Autor, der das bestreitet, wird ins Gefängnis gesteckt oder verurteilt.»

    Die «Zionisten» sollten ein Stück Land in Europa, zum Beispiel in Deutschland oder in Österreich, bekommen, empfahl der Präsident. Das jüdische Volk sei schließlich in Europa verfolgt worden, deswegen dürften die Rückwirkungen nicht die Palästinenser treffen.

    Ahmadinedschad forderte für Israel ein Stück Land in Europa - «und wir werden die Entscheidung unterstützen und die Regierung nicht angreifen», sagte er. «Wo kommen die Vorfahren derjenigen her, die heute Jerusalem besetzen und beherrschen?», fragte Ahmadinedschad. Er beantwortete die Frage auch gleich: Die meisten Juden hätten keine Wurzeln in Palästina, und dennoch hielten sie das Schicksal der Palästinenser in ihren Händen.

    «himmelschreiend und verwerflich»

    Die US-Regierung kritisierte die Äußerungen Ahmadinedschads zu Israel als «himmelschreiend und verwerflich». «Sie nähren ganz gewiss nicht die Hoffnung der internationalen Staatengemeinschaft, dass die iranische Regierung sich als verantwortungsbewusstes Mitglied eben dieser Gemeinschaft betätigen will», sagte Außenamtssprecher Adam Ereli am Donnerstag in Washington.

    Deutschland und Frankreich empört

    Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Jacques Chirac erklärten zum Auftakt des deutsch-französischen Gipfels am Donnerstag in Berlin, die Äußerung des iranischen Präsident würden von allen EU-Ländern verurteilt.

    Diese Äußerung sei gerade für eine deutsche Bundeskanzlerin und angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands für den Holocaust «auf das schärfste zurückzuweisen», so Merkel. Eine Gefährdung des Existenzrechts Israels dürfe es unter keinen Umständen geben. Dies schließe die Verantwortung Deutschlands für das Existenzrecht Israels ein. Chirac erklärte, die Äußerungen Ahmadinedschads hätten Entsetzen und Empörung ausgelöst.

    Steinmeier: Internationale Geduld geht zu Ende

    Diese Äußerungen zeigten, «mit wie wenig Ernsthaftigkeit, oder mit wie viel Zynismus die Situation von der dortigen Regierung beurteilt wird», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Die Nato-Außenminister teilten die Sorge, «dass nicht ausreichend Vernunft in der iranischen Regierung herrscht».

    Dies mache die Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Land nicht leichter, sagte Steinmeier. Die iranische Regierung müsse aber wissen, «dass die Geduld der internationalen Staatengemeinschaft nicht mehr sehr dauerhaft ist».

    Normen internationalen Verhaltens widersprochen

    Der israelische Außenamtssprecher Regew sagte, erst vor Kurzem habe die UN-Generalversammlung die Leugnung des Holocausts verurteilt. «Der iranische Präsident hat nun den Normen des internationalen Verhaltens und des Anstandes fundamental widersprochen. Ich hoffe, dass das für jeden, der Illusionen über die wahre Natur des iranischen Regimes hegte, ein Weckruf war.»

    Israel von der Landkarte tilgen

    Ahmadinedschad war schon früher als Antisemit in Erscheinung getreten. Am Jerusalem-Tag im Oktober hatte er gefordert, dass Israel von der Landkarte getilgt werden müsse. Trotz massiver Kritik distanzierte sich der Präsident nicht von seinen Hasstiraden, sondern organisierte weitere antiisraelische Demonstrationen im Iran. (nz)

     
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