29. Okt 2005 12:26, ergänzt 13:45
Etwa 300 Islamisten sind durch Berlin gezogen, um gegen den Staat Israel zu protestieren. Bislang hat es keine Zwischenfälle gegeben.
Am Jerusalem-Tag haben im Berliner Stadtteil Charlottenburg etwa 300 Anhänger islamistischer Verbände demonstriert. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden bislang alle Auflagen eingehalten. Transparente mit unerlaubten Parolen seien nicht entdeckt worden.Am Rande des Aufmarsches versammelten sich etwa 200 Gegendemonstranten, unter ihnen auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Die Polizei verhinderte bislang, dass die beiden Demonstrantengruppen aufeinander trafen.
Die weltweit stattfindenden «Al Kuds»-Aufmärsche, zu denen 1979 der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini aufgerufen hatte, richten sich gegen die vermeintliche Besetzung Jerusalems durch Israel. Durch die israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vom vergangenen Mittwoch hatte die diesjährige Demonstration an Brisanz gewonnen. Die Berliner Behörden verschärften daraufhin abermals die Auflagen für die Demonstranten.
Zum «Al-Quds-Tag» hatte erstmals 1979 der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini aufgerufen. In Berlin findet diese Veranstaltung seit 1995 statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich etwa 800 Menschen an dem Marsch, Ausschreitungen blieben aus. (nz)