28. Okt 2005 12:10
Mit Großdemonstrationen haben Iraner am Freitag die Israel-Hetze ihres Präsidenten Ahmadinedschad unterstützt. «Tod dem Staat Israel, Tod den USA» stand auf Plakaten der Protestierenden.
Zehntausende Iraner sind am Freitag dem Aufruf ihres Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gefolgt und haben die Zerstörung Israels gefordert. Am Al-Quds-Feiertag (der arabische Name für Jerusalem) zogen Menschen durch Teheran und andere Städte und hielten Plakate hoch. «Tod dem Staat Israel, Tod den USA», stand darauf. Ahmadinedschad hatte den Israel-Hass der Bevölkerung am Mittwoch geschürt, indem er öffentlich forderte, der jüdische Staat müsse «von der Landkarte getilgt» werden. In der westlichen Welt löste er damit Entrüstung aus.
Die iranische Regierung bekräftigte die Worte des Präsidenten. «Wir erkennen das zionistische Regime nicht an und betrachten es nicht als legitim», sagte Außenminister Manuchehr Mottaki am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehen. Die Äußerungen Ahmadinedschads seien die erklärte Politik der Islamischen Republik Iran.
UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich bestürzt. Auf seiner bevorstehenden Reise nach Teheran werde er das Existenzrecht aller Staaten im Nahen und Mittleren Osten in den Mittelpunkt stellen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric.
Israel sei seit langem Mitglied der Vereinten Nationen und habe dieselben Rechte und Pflichten wie alle anderen UN-Mitglieder, hieß es in einer am Donnerstag in New York veröffentlichten Erklärung Annans. Wer die UN-Charta unterzeichnet habe, sei auch die Verpflichtung eingegangen, anderen Staaten nicht mit Gewalt zu drohen.
Der UN-Generalsekretär nimmt nur in seltenen Fällen derart deutlich Stellung zu Erklärungen von Mitgliedsstaaten. (nz)