01.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Ein orthodoxer Jude in Jerusalem
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Israelische Fahnder haben 20 Jugendliche festgenommen. Sie sollen Teil eines antisemtischen Netzwerks im Land sein.
Israelische Polizisten haben in der Siedlung Ariel in Westbank eine Gruppe von 20 jungen Neonazis ausgehoben. Es handle sich um Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, schreibt die israelische Tageszeitung «Maariv».
Unsicherheit herrscht angesichts der Frage, was mit den Jugendlichen geschehen soll: Israels Rechtssprechung kennt keine speziellen Gesetze für den Umgang mit Anhängern nationalsozialistischen Gedankenguts.
Hakenkreuz auf dem ArmVorausgegangen war die Festnahme eines 20-jährigen Soldaten, bei dem man Drogen vermutete. Stattdessen entdeckten die Bematen auf seinem Arm ein tätowiertes Hakenkreuz. Im Computer des Jugendlichen stieß man später auf rechtsradikales Material.
Ein Verhör des jungen Mannes brachte die Polizei schließlich auf die Spur der Gruppe, die nach Aussage von Polizeifahnder Haim Fadlon Teil eines antisemtischen Forums im Internet sein soll. Darüber hinaus werden die Jugendlichen verdächtigt, bei geheimen Zusammenkünften Hakenkreuzbanner und andere neonazistische Symbolen verwendet zu haben.
Weitere Details könne man nicht bekanntgeben, erklärte Fadlon. Laut dem Fahnder sieht es jedoch ganz danach aus, «als ob hier mitten in Israel Menschen leben, die für eine Auslöschung der Juden sind». (nz)