netzeitung.dePalästinenserchef Arafat auf die Intensivstation verlegt

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Arafat im August (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Arafat im August
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Gesundheitszustand von Palästinenserpräsident Arafat hat sich deutlich verschlechtert. PLO-Generalsekretär Abbas wurde ein Besuch bei Arafat verweigert.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat geht es schlecht. Die israelische Zeitung «Ha'aretz» berichtet in der Nacht zu Donnerstag unter Berufung auf Palästinenserkreise, er sei im Militärhospital bei Paris auf die Intensivstation verlegt worden. Nach anderen israelischen Medienberichten hatte Arafat zuvor mehrfach das Bewusstsein verloren. Auch von Organversagen ist die Rede.

Mahmud Abbas, der Generalsekretär des Exekutivkomitees der PLO und frühere Ministerpräsident der Autonomiebehörde, wollte am Donnerstagmorgen eigentlich nach Paris fahren. Nach einem Bericht von «Haaretz» änderte er aber seine Pläne, als er erfuhr, dass er Arafat nicht sehen könne. Niemand darf Arafat besuchen.

Wie aus palästinensischen Kreisen am Donnerstagmorgen verlautete, haben die Ärzte bislang noch nicht herausgefunden, woran Arafat leidet. Er soll weiter untersucht werden. Mitarbeiter des Krankenhauses wollten zum Zustand Arafats keine Stellungnahme abgeben.

Arafats Chefberater Halad Salem bestritt indes, dass der Palästinenserchef einen gesundheitlichen Rückschlag erlitten habe. Es bestehe keine Gefahr, so Salem. Berater Arafats beschuldigten Israel, dies als Gerücht zu streuen.

Israels Außenminister Silvan Schalom sagte gegenüber Radio Israel, Arafats Zustand sei «sehr ernst». Die Regierung bereite sich auf «den Tag danach» vor. Für einen Nachruf sei es jedoch zu früh.

Ein Berater des Palästinenserpräsidenten veröffentlichte eine Erklärung im Namen Arafats, in der dieser US-Präsident George W. Bush zur Wiederwahl gratuliert. (nz)