netzeitung.deBehindertes Kind sollte sich in die Luft sprengen

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Ein fahrbahrer Roboter nähert sich dem Jungen (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein fahrbahrer Roboter nähert sich dem Jungen
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die israelische Armee hat im Westjordanland einen palästinensischen Jungen mit einem Sprengstoffgürtel am Körper gefasst. Der Junge soll geistig zurückgeblieben sein. Thema: Tötung Jassins Hamas kündigt Tötung Scharons an UN-Menschenrechtskommission verurteilt Israel Angriffe Israels im Gazastreifen und Südlibanon Israel rechtfertigt vor Uno Tötung Jassins

An einem Kontrollposten im Westjordanland haben israelische Soldaten einen jungen Palästinenser mit einem Sprengstoffgürtel gestoppt. Wie eine israelische Armeesprecherin sagte, habe sich der Junge den israelischen Sicherheitskräften an einer Straßensperre bei Nablus genähert. Als die Soldaten mit ihren Gewehren auf ihn zielten, sei er stehen geblieben.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP musste der Junge seine Jacke ablegen. Sprengstoffexperten befreiten ihn dann mit einem ferngesteuerten Roboter von dem Gürtel. In einer kontrollierten Explosion sei der Sprengstoffgürtel zerstört worden.

Anschließend sei der Junge von den Soldaten verhört worden. Ob er eine Explosion auslösen wollte, war zunächst unklar.

Down-Syndrom
Er habe jedoch den umstehenden Augenzeugen zugerufen, sich ihm nicht zu nähern. «Ich trage einen Sprengstoffgürtel», soll der Junge laut Zeugen gerufen haben.

Die Familie des 16-jährigen Jungen sagte laut AP, dass ihr Sohn unter Entwicklungsproblemen leide. «Er weiß nichts und hat die Intelligenz eines 12-Jährigen», erklärte sein Bruder. Laut Agenturberichten leidet der Junge am Down-Syndrom. Er soll, wie Palästinenser sagten, in Nablus vielen Menschen bekannt sein, weil er oft bei Demonstrationen dabei sei. Der Kommandant des Wachpostens sagte im Militärrundfunk, die Drahtzieher des versuchten Anschlages hätten dem Jungen für den möglichen Anschlag 100 Schekel (20 Euro) gegeben.

Zunehmend Kinder
Die israelische Regierung warf indes militanten Palästinensergruppen vor, zunehmend Kinder in den gewaltsamen Konflikt zu verwickeln. Ein israelischer Regierungssprecher sagte am Mittwoch dies sei ein «weiteres schreckliches Beispiel». Palästinensische Politiker haben zuvor mehrfach bestritten, dass nun auch Kinder zu Anschlägen geschickt werden könnten. Es gebe eine Abmachung, dies zu unterlassen.

Erst vor einer Woche wurde am selben Kontrollposten ein 12-Jähriger aufgehalten, der einen Sprengsatz auf einem Karren durch die Straßensperre zog. Dem Jungen waren demnach 5 Schekel (1 Euro) für die Überführung versprochen worden. (nz)