Behindertes Kind sollte sich in die Luft sprengen
24.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP musste der Junge seine Jacke ablegen. Sprengstoffexperten befreiten ihn dann mit einem ferngesteuerten Roboter von dem Gürtel. In einer kontrollierten Explosion sei der Sprengstoffgürtel zerstört worden.
Anschließend sei der Junge von den Soldaten verhört worden. Ob er eine Explosion auslösen wollte, war zunächst unklar.
Die Familie des 16-jährigen Jungen sagte laut AP, dass ihr Sohn unter Entwicklungsproblemen leide. «Er weiß nichts und hat die Intelligenz eines 12-Jährigen», erklärte sein Bruder. Laut Agenturberichten leidet der Junge am Down-Syndrom. Er soll, wie Palästinenser sagten, in Nablus vielen Menschen bekannt sein, weil er oft bei Demonstrationen dabei sei. Der Kommandant des Wachpostens sagte im Militärrundfunk, die Drahtzieher des versuchten Anschlages hätten dem Jungen für den möglichen Anschlag 100 Schekel (20 Euro) gegeben.
Erst vor einer Woche wurde am selben Kontrollposten ein 12-Jähriger aufgehalten, der einen Sprengsatz auf einem Karren durch die Straßensperre zog. Dem Jungen waren demnach 5 Schekel (1 Euro) für die Überführung versprochen worden. (nz)

