Angriffe Israels im Gazastreifen und Südlibanon
24. Mrz 2004 10:18
 | Abdel Asis el Rantisi | Foto: AP |
|
Die israelische Armee hat in der Nacht zum Mittwoch militante Palästinenser angegriffen. Vorrangiges Ziel Israels ist es, den neuen Hamas-Chef Rantisi zu töten.
Israel geht weiter mit militärischer Gewalt gegen Palästinenser vor. Im Süden des Gazastreifens rückten Panzer in der Nacht zum Mittwoch in ein Flüchtlingslager nahe der Ortschaft Chan Junis ein. Anwohner berichteten, sie hätten 25 Fahrzeuge gezählt. Laut den Berichten schossen die israelischen Soldaten mit Maschinengewehren. Kampfhubschraubern hätten die Armee unterstütz, Planierraupen mehrere Gebäude zerstört. Nach einigen Stunden seien die Panzer wieder abgezogen. Angaben über Opfer gab es nicht.
Die israelische Armee teilte mit, es habe sich um eine begrenzte Aktion gehandelt. Aus dem Flüchtlingslager heraus seinen wiederholt israelische Truppen und Siedlungen beschossen worden. Israelische Soldaten hätten zwei bewaffnete Palästinenser bei dem Versuch getötet, in die jüdische Siedlung Morag im Gazastreifen einzudringen.
Verdächtige Objekte beschossen
Israelische Militärsprecher sagten weiter, die Armee habe vor der Küste des Gazastreifens von Kanonenbooten aus palästinensische Fischerboote und «verdächtige Objekte» an Land beschossen.An der Grenze zum Libanon schossen Israelis laut den Angaben auf palästinensische Extremisten im Süden des Landes. Die Palästinenser in Wadi Sluki, zehn Kilometer von der Grenze entfernt, hätten zuvor Raketen auf Israel abgefeuert, sagte ein Militärsprecher. Die israelische Luftwaffe habe eine Gruppe von Rebellen getroffen, die Raketenwerfer aufgebaut hätten. Die libanesische Seite bestätigte den Tod zweier Menschen, ein weiterer sei verletzt worden.
Neuer Hamas-Chef vorrangiges Tötungsziel
Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch, der neue Hamas-Chef Abdel Asis el Rantisi gehöre zu den vorrangigen Tötungszielen der israelischen Regierung. Ein israelischer Regierungssprecher hatte zuvor gesagt, Rantisi sei eines «der extremsten Mitglieder der Hamas». Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, der «Krieg» gegen die Hamas richte sich gegen deren Finanzquellen, ihre Infrastruktur und deren Anführer.
Forderung nach Arafats Ausweisung erneuert
Israels Verteidigungsminister Silvan Schalom wiederholte in einem Interview mit dem israelischen Rundfunk seine Forderung, Palästinenserchef Jassir Arafat auszuweisen. Das Kabinett habe vor einigen Monaten eine Grundsatzentscheidung getroffen. Arafat müsse ausgewiesen werden, damit sich eine neue Palästinenserführung herausbilden könne, mit der es möglich sei, den internationalen Friedensplan umzusetzen. Schalom forderte die Umsetzung dieses Beschlusses.Arafat steht seit zweieinhalb Jahren unter Hausarrest in seinem Hauptquartier in Ramallah im Westjordanland. (nz)