Scheich Jassin bei israelischem Luftangriff getötet
Nach Angaben der Hamas kamen mindestens sieben weitere Palästinenser ums Leben, unter ihnen auch die Leibwächter des Scheichs. Vermutlich sei auch ein Sohn Jassins unter den Opfern, berichtet die israelische Zeitung «Ha'aretz».
Vom Gazastreifen aus wurden Raketen vom Typ Kassam auf Israel abgefeuert worden, hieß es im israelischen Radio. Ob es dabei Opfer gab, ist bislang nicht bekannt. Am Grenzübergang Eres zwischen dem Gazastreifen und Israel gab es eine Explosion. Vermutlich habe es sich um eine Mörsergranate gehandelt, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Auch die Al-Aksa-Brigaden der Fatah von Palästinenserpräsident Jassir Arafat kündigten «in den kommenden Stunden» einen Gegenschlag an. Die Reaktion der Palästinenser werde einem Erdbeben gleichen, sagte ein Anrufer dem arabischen TV-Sender Al Arabija.
Arafat verurteilte das Attentat und verhängte eine dreitägige Trauer in den Autonomiegebieten. Chefunterhändler Sajeb Erakat sprach gegenüber Al Arabija von einem «niederträchtigen Verbrechen». Die israelische Regierung habe sich für den «Weg der Eskalation» entschieden.
Erakat forderte die Staatengemeinschaft auf, die Palästinenser zu schützen. «Die Welt muss verstehen, dass der Kreislauf der Gewalt, das Chaos und das Blutvergießen niemals durch Morde, den Bau von Mauern und Besiedelung, sondern nur durch ein Ende der israelischen Besatzung gestoppt werden kann», sagte er.
Die US-Regierung rief nach dem Angriff auf Jassin zur Ruhe auf. Alle Seiten müssten sich jetzt zurückhalten, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington.
Die israelische Regierung hatte nach einem Doppel-Anschlag auf den Hafen Aschdod am Sonntag vor einer Woche angekündigt, noch schärfer gegen die Hamas vorzugehen. Zu dem Attentat mit zehn Toten hatten sich die Hamas und die Al Aksa-Brigaden bekannt.
Jassin hatte im September einen Angriff Israels leicht verletzt überlebt. (nz)
