Symbolische Nahost-Initiative unterzeichnet
01.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
An der Zeremonie in Genf nahmen unter anderem die Friedensnobelpreisträger Lech Walesa, John Hume und Jimmy Carter teil. Die Initiative hat zwar rein symbolischen Charakter, macht aber zugleich erstmals Vorschläge für eine endgültige Einigung zwischen beiden Seiten.
Die Initiatoren auf israelischer und palästinensischer Seite wollen zeigen, wie eine Friedensregelung aussehen könnte. In den nächsten Wochen soll das 40-Seiten-Papier hunderttausendfach verteilt werden.
Im Kern sieht es eine Zweistaatenregelung vor. So sollen künftig die Grenzen von 1967 gelten, Palästina würde damit 97 bis 98 Prozent des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens umfassen. Grenzkorrekturen sollen durch Landtausch möglich sein. Israel soll auf die meisten Siedlungen verzichten, die Siedlungen müssten innerhalb von 30 Monaten geräumt werden.
Ein Punkt wurde von den Palästinensern heftig kritisiert und führte vor allem bei den radikalen Gruppen zu einer Ablehnung des Plans: Die palästinensischen Flüchtlinge könnten zwar prinzipiell nach Israel zurückkehren. Die Gesamtzahl würde aber von Israel festgelegt. Alle anderen Flüchtlinge sollen sich in Palästina, in Drittstaaten oder in Austauschgebieten niederlassen.
Das israelische Militär soll sich in mehreren Stufen aus den besetzten Gebieten zurückziehen. Palästina würde ein Staat mit eingeschränkter Bewaffnung.
Die Initiative erhielt allerdings große internationale Unterstützung. UN-Generalsekretär Kofi Annan, US-Außenminister Colin Powell und europäische Regierungen haben das Dokument als belebendes Element für den Friedensprozess bezeichnet.
Für das Web ediert von Peter Müller

