USA geben Widerstand gegen israelische Sicherheitsmauer auf
23.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
In der ersten Phase soll die Anlage entlang der Grenzen der Gebiete von Dschenin, Tulkarem, Quaquilla und Salfit gebaut werden. 140 Kilometer sind bereits fertiggestellt. An einigen anderen Orten, unter anderen Jerusalem, wird ebenfalls gebaut. Am Ende soll der Zaun eine Länge von rund 900 Kilometern haben. Die Kosten werden sich auf rund zwei Milliarden US-Dollar belaufen.
Die israelische Regierung bestreitet dies. «Wir werden das Land an die Besitzer zurück geben, wenn das Sicherheitsproblem nicht mehr besteht», sagt Netzah Mashiah, der für das Projekt im Verteidigungsministerium verantwortlich ist. Das Gesetz, auf das sich die Israelis bei der Konfiszierung palästinensischen Landes stützen, ist bis Ende 2005 befristet. Es kann allerdings vom Parlament auf unbestimmte Zeit verlängert werden.
Das Kabinett Scharons hatte den Bau des Zauns im Frühjahr 2002 beschlossen, als Reaktion auf die dramatisch angestiegene Zahl der palästinensischen Selbstmordattentate nach dem Ausbruch der zweiten Intifada. Die Bauarbeiten begannen kurz darauf.
Einem Bericht der UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge UNRWA zufolge haben die bisherigen Arbeiten bereits zur Enteignung von 2500 Hektar privatem Land und zur Zerstörung von 35 Kilometern Wasserleitungen geführt. Dies habe «gravierende Auswirkungen für die Landwirtschaft».
Dies ist umso schlimmer, als die Landwirtschaft seit Beginn der zweiten Intifada enorm an Bedeutung gewonnen hat. Viele Palästinenser haben seither ihre Arbeitsplätze in Israel verloren. Die Mauer wird diese Entwicklung laut UNRWA noch verschlimmern. «Die Barriere wird das Ende der palästinensischen Migrantenarbeit besiegeln und damit das dringende Problem der Arbeitslosigkeit und Armut verschlimmern.»
Zudem würden die palästinensischen Orte, die sich auf der israelischen Seite des Zauns befinden, von der Gesundheitsversorgung und Bildung abgeschnitten. Denn das Gebiet zwischen «Grüner Linie» und Zaun wird zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Die Bewohner der betroffenen Orte sollen laut israelischen Behörden Passierscheine bekommen. (nz)

