netzeitung.deVerbraucher soll für neues Pfandsystem zahlen

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Dosenpfand (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dosenpfand
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Die Einzelhändler wollen sich die Kosten für das neue Pfandsystem von den Verbrauchern holen. Solche Preiserhöhungen seien ein «Segen» für das Mehrwegsystem, ist die Umwelthilfe überzeugt.

Die Kosten für die seit Anfang des Monats geltende neue Pfandregelung sollen die Konsumenten tragen. Der Handel werde sich die für die Umstellung auf das neue System anfallenden Kosten vermutlich beim Verbraucher wiederholen müssen, sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Dienstag dem Radiosender MDR Info.

«Jeder einzelne Rücknahmeautomat, der jetzt aufgestellt werden muss, kostet 15.000 Euro. Dieses Geld kann der Handel nicht aus eigener Tasche bezahlen», begründete Pellengahr. «Natürlich sind die Preiserhöhungen unterschiedlich, aber bis zu zehn Cent pro Getränk können das sein und das trifft mal wieder die Kunden.» Die Branche rechnet mit zusätzlichen Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Dose ist «mausetot»
Der Neuregelung zufolge können Verbraucher alle Flaschen, auf die ein Pfand von 25 Cent erhoben wird, in größeren Geschäften zurückgeben, vorausgesetzt die Verpackung gehört zum Verkaufssortiment. Das gilt auch für Getränkedosen. Allerdings sind Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von unter 200 Quadratmetern von der Rücknahmeverpflichtung ausgenommen.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht in den Preiserhöhungen eine Stärkung des Mehrwegsystems. Die vom Handel angekündigten Anhebungen würden sich «segensreich für Mehrweg» erweisen, sagte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch. Dem Verband zufolge hat sich die Neuregelung am ersten Tag nach In-Kraft-Treten weit gehend bewährt. Stichproben hätten vereinzelt Verstöße bei den neuerdings mit Pfand belegten kohlesäurefreien Erfrischungsgetränken wie Eistee oder aromatisiertes Wasser aufgedeckt, so Resch. Diese seien teilweise weiterhin pfandfrei verkauft worden. Die Umwelthilfe werde solche Verstöße zur Anzeige bringen.

Auch sei vielen Händlern nicht bewusst gewesen, dass der Verkauf von Kasten-Einwegsystemen dazu führe, dass alle anderen PET-Einwegflaschen auch angenommen werden müssten. Überraschend viele Geschäfte hätten nur noch Mehrwegprodukte in ihrem Sortiment und nähmen daher keine Einwegverpackungen mehr an, ergänzte Resch. Die Testbesuche bestätigten den Trend gegen die Getränkedose: «Die Dose ist tot, mausetot», sagte Resch. (nz)