netzeitung.deFinanzinvestoren wollen Transparenz wagen

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Protest gegen Übernahme durch Finanzinvestoren (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Protest gegen Übernahme durch Finanzinvestoren
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Beteiligungsgesellschaften wollen ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern. Die so genannten Heuschrecken fürchten aber eine Neiddebatte.

Finanzinvestoren müssen mehr Offenheit wagen und sich transparenter darstellen. Das forderte Steven Koltes, Partner bei dem Beteiligungsfonds CVC Capital Partners, im «Handelsblatt». Damit soll verhindert werden, dass Beteiligungsgesellschaften stärker in das Visier der Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden geraten. «Mehr Transparenz ist eine gute Sache», sagte Koltes.

Die so genannte Private-Equity-Branche muss sich nach Ansicht des Managers daran gewöhnen, dass sie mittlerweile eine größere wirtschaftliche Bedeutung hat und dass die Politik die Branche viel stärker wahrnimmt als noch vor Jahren. «Wir müssen mehr erzählen über unsere Arbeitsweisen und Strategien», betonte Koltes.

Geschäftsbericht zeigen
Die Beteiligungsbranche war im vergangenen Jahr vom damaligen SPD-Chef Franz Müntefering scharf kritisiert worden. Der jetzige Vizekanzler hatte Finanzinvestoren, die über Firmen herfallen, sie ausbeuten und dann weiterziehen, mit «Heuschrecken» verglichen.

Um die Transparenz zu erhöhen, hält es CVC-Manager Koltes für vorstellbar, dass CVC für jedes der übernommenen Unternehmen die Umsatz- und Gewinnentwicklung aufzeigt. Zu dieser Art Geschäftsbericht könne sich der Beteiligungsmanager dann auch eine Bilanz-Pressekonferenz vorstellen.

180 Milliarden Euro stehen bereit
Die Private-Equity-Branche steckt derzeit in einem beispiellosen Boom. Alleine im vergangenen Jahr flossen den Häusern für Europa knapp 60 Milliarden Euro an Eigenkapital zu. Zusammen mit sehr günstigen Krediten stehen damit in den kommenden drei bis vier Jahren rund 180 Milliarden Euro für Käufe von Konzernteilen und Mittelständlern zur Verfügung.

Finanzinvestoren halten ihre Beteiligungen in der Regel drei bis sieben Jahre und bauen die Firmen in dieser Zeit um. Anschließend verkaufen sie sie dann meist zu einem höheren Preis weiter.

Verband fürchtet Neiddebatte
Der künftige Vorsitzende des europäischen Branchenverbandes EVCA, Javier Loizaga, nennt im «Handelsblatt» wegen der wachsenden Marktmacht den verstärkten Dialog mit Politik und Öffentlichkeit als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Die meisten Manager hingegen sind gegen eine Offenlegung der Einkünfte, weil sie eine Neiddebatte fürchten. (nz)