06.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Industrieanlage in Sachsen-Anhalt
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wie bei anderen Wirtschaftsforschern wächst auch im Ifo-Institut die Zuversicht auf einen stärkeren Anstieg der deutschen Wirtschaftskraft in diesem Jahr. 2008 werde die Konjunktur ihren Höhepunkt erreichen.
Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für dieses Jahr erneut angehoben und geht nun von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von bis zu zwei Prozent aus. «Wir erwarten ein Wachstum zwischen 1,5 und zwei Prozent», sagte der Leiter der Ifo-Konjunkturabteilung, Gebhard Flaig, der Zeitschrift «Euro am Sonntag».
Erst Mitte Dezember hatte das in München beheimatete Institut seine Prognose auf 1,7 Prozent angehoben. Im gemeinsamen Herbstgutachten waren die führenden Forschungsinstitute, darunter auch das Ifo-Institut, noch von 1,2 Prozent Wachstum ausgegangen. Die Bundesregierung rechnet mit einem Plus von höchstens 1,8 Prozent. Kurz vor Weihnachten hatten auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Hamburgische Weltwirtschafts- Institut (HWWI) ihre Prognose angehoben.
Haushalte ziehen Käufe vorDas IWH rechnet für 2006 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent nach zuvor 1,5 Prozent. Das HWWI erhöhte seine Prognose von 1,0 auf 1,4 Prozent. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde optimistischer und erwartet nun ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent in diesem Jahr gegenüber bisher erwarteten 1,5 Prozent.
Die Konjunkturexperten begründen ihren Optimismus mit der für 2007 angekündigten Anhebung der Mehrwertsteuer. Dadurch würden Konsumenten beabsichtigte Käufe vorziehen. Das führt für 2007 aber dazu, dass dann nach Einschätzung des IWH und des DIW das BIP-Wachstum wieder auf 1,2 Prozent zurückfällt.
«Konjunktur 2008 auf ihrem Höhepunkt»Weniger pessimistisch ist indes Ifo-Experte Flaig: Die deutsche Wirtschaft steuere in den kommenden zwei Jahren auf einen konjunkturellen Höhepunkt zu: «2008 könnte die deutsche Wirtschaft ihren Konjunkturhöhepunkt erreichen. Auch die Arbeitslosigkeit könnte dann weiter zurückgehen wenn die Politik endlich die notwendigen Reformen anpackt.» Dazu sei es nötig, die Lohnnebenkosten zu senken und den Kündigungsschutz weiter zu lockern.
Zuvor hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor zu großen Hoffnungen auf eine schnell sinkende Arbeitslosigkeit gewarnt. Frühestens 2008 werde es einen deutlichen Zuwachs an Beschäftigung geben, sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Auch 2006 reichten die Bedingungen dafür nicht aus. Immerhin werde aber der Abbau von Beschäftigung in diesem Jahr zu Ende gehen. (nz)