29. Dez 2005 14:18
Unter den Unternehmen in Deutschland herrscht wieder Optimismus – eine Mehrzahl erwartet steigende Umsätze. Am Arbeitsmarkt wird sich aber trotzdem nicht viel bewegen.
Die deutsche Wirtschaft geht überwiegend optimistisch in das neue Jahr. Insgesamt 25 von 44 befragten Wirtschaftsverbänden schätzen in der Umfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am Donnerstag in Köln vorgestellt wurde, die Lage ihrer Branche besser ein als vor einem Jahr. Auch die Perspektiven für 2006 wurden in 25 Branchen günstiger eingeschätzt als im Vorjahr. Vor allem Industrie und Dienstleister erwarten für 2006 höhere Umsätze. Trotz steigender Erlöse und Investitionen wird sich die ungünstige Lage am deutschen Arbeitsmarkt aber nicht wesentlich verbessern. Nur vier Verbände rechnen mit neuen Arbeitsplätzen, 21 gehen von einem weiteren Stellenabbau aus.
Die Umfrage des IW bestätigt, was zuvor schon andere Wirtschaftsforschungs-Institute ausgemacht haben: Zwar wird das Wachstum in 2006 deutlich höher ausfallen als bisher erwartet. Am Arbeitsmarkt wird sich das aber nicht positiv niederschlagen.«Die weiterhin expandierende Weltwirtschaft schickt die deutschen Exporte auf Rekordjagd», sagte IW-Direktor Michael Hüther. Dies bringe «inzwischen auch die Investitionen auf Trab» und verleihe dem Aufschwung damit mehr Substanz. Er warnte aber zugleich, das ein erneuter drastischer Anstieg der Ölpreise, nachlassender Reformelan der Politik oder überzogene Tarifabschlüsse die konjunkturelle Erholung gefährden könnten.
Von den 44 befragten Verbänden sahen 15 die Lage ihrer Branche genau so wie vor einem Jahr, während vier von einer schlechteren Stimmung sprachen. Unter anderem stellen sich Bauwirtschaft, Handwerk und Handel 2006 auf sinkende Produktion oder Umsätze ein. Investitionsfreudig zeigten sich in der Umfrage unter anderem der Maschinenbau und die Elektroindustrie.Zu den wenigen Branchen, die mit neuen Arbeitsplätzen rechnen, gehören das Speditions- und Gastgewerbe, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie das feinmechanische und das optische Gewerbe. «Das zeigt, wie notwendig es ist, die Arbeitsmarktchancen in Deutschland durch eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik sowie Tarifabschlüsse mit Augenmaß zu verbessern», sagte Hüther. (nz)