Mittelstand hat «Stimmungstief» überwunden
Mit Blick auf das Mittelstandsbarometer, das der Verband zusammen mit der Universität Marburg in der kommenden Woche vorstellt, sagte Ohoven: «Der Mittelstand schaut in jeder Hinsicht zuversichtlich in die Zukunft. Ich rechne sogar mit einer leichten Entspannung am Arbeitsmarkt.»
Von der Regierung forderte der Mittelstands-Vertreter «einen strikten Reformkurs». Die Große Koalition müsse «die Rahmenbedingungen für den Mittelstand so verbessern, dass er wieder investieren und damit Arbeitsplätze schaffen kann». Für Ohoven ist deshalb wichtig, dass «die Unternehmenssteuerreform früher als 2008 kommt - zumindest die steuerliche Gleichstellung der Personen- mit den Kapitalgesellschaften.»
Kritik übte er am geplanten Investitionsprogramm der Bundesregierung: Es werde «höchstens Strohfeuereffekte» auslösen. Durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2007 um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent laufe das Investitionsprogramm zudem «von vornherein ins Leere». Drei Prozentpunkte Erhöhung der Mehrwertsteuer entzögen «rund 25 Milliarden Euro Kaufkraft» und würgten damit die Binnennachfrage «mittelfristig weiter ab», kritisierte Ohoven.
«Ich warne davor, sozusagen im Vorgriff auf ein hoffentlich kräftiges Wirtschaftswachstum in 2006 einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle zu nehmen», sagte Ohoven. «So erfreulich sich die stark exportorientierte Metallindustrie in diesem Jahr entwickelt hat, in vielen anderen Branchen, etwa der Bauindustrie oder dem Einzelhandel, sieht es nach wie vor alles andere als rosig aus.»
Weniger Kündigungsschutz bringe mehr Beschäftigung, «weil die Betriebe dann auch wieder ältere Langzeitarbeitslose einstellen würden», meinte Ohoven. Wichtiger als der Kündigungsschutz sei aber, «die im internationalen Vergleich zu hohen Lohnzusatzkosten zu senken», betonte er.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

