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Mittelstand setzt auf Standort Deutschland

28. Aug 2005 12:38, ergänzt 14:39
Der Mittelstand lässt vor allem in Deutschland produzieren.
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Deutschlands Mittelstand sucht im Ausland vor allem nach Märkten, weniger nach billigen Arbeitern, so das Ergebnis einer Umfrage. Auch der Auslandsanteil der befragten Unternehmen soll in den kommenden Jahren nur geringfügig wachsen.

Die Angst vor massiven Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland durch mittelständische Unternehmen scheint laut einer Umfrage weitgehend unbegründet zu sein: In der Umfrage der Unternehmensberatung Weissman & Cie aus Nürnberg unter 1000 nicht börsennotierten Unternehmen mit einem Umsatz zwischen drei Millionen und einer Milliarde Euro gaben die Firmen an, im Durchschnitt heute 16,8 Prozent ihrer Mitarbeiter im Ausland zu beschäftigen. In fünf Jahren sollen es trotz erheblichen Wachstums des Auslandsanteils mit 17,8 Prozent der Mitarbeiter nur unwesentlich mehr sein, sagte Firmengründer Arnold Weissman am Sonntag.

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«Deutschlands Mittelstand sucht im Ausland vornehmlich nach Märkten, nicht nach billigen Arbeitskräften. Die Auslandsstrategien werden am Ende mehr Arbeitsplätze in Deutschland schaffen als vernichten», erläuterte Weissman. Das Ergebnis widerspricht dem Szenario, das Verbände und Wirtschaftsinstitute zum Teil aufbauen, wonach der deutsche Mittelstand im Ausland hauptsächlich billige Produktionsstätten sucht.

Weissman sagte dagegen: «Der deutsche Unternehmer will in Deutschland bleiben, aus Standortverbundenheit, unternehmerischer Verantwortung und auch wegen vieler objektiver Vorteile des Standorts.» In 85,3 Prozent der Unternehmen sei weiter Deutsch die Firmensprache, nur 13,3 Prozent gingen auf Englisch über.

Drei Viertel ohne Auslandsproduktion

Fast drei Viertel der befragten Unternehmen haben der Weissman-Studie zufolge noch keine Produktionsstandorte im Ausland. Die Unternehmen mit ausländischen Standorten wollen zu 48,8 Prozent die dortigen Standorte rascher ausbauen, 34,1 Prozent die inländischen. 17,1 Prozent der Unternehmen wollen inländische und ausländische Produktionsstandorte gleichwertig ausbauen. «Auch bei den produzierenden Unternehmen kann nach unseren Ergebnissen nicht von einem übermäßigen Verlagerungswillen von Arbeitsplätzen ins Ausland gesprochen werden», so Weissman.

20 Prozent Auslands-Umsatz

Laut Weissman-Studie beträgt der durchschnittliche Auslands-Umsatzanteil des Mittelstandes rund 20 Prozent. In fünf Jahren wollen die befragten Unternehmen im Schnitt 34 Prozent ihres Umsatzes im Ausland machen. Ein großer Anteil des deutschen Mittelstandes (45 Prozent) hat der Studie zufolge noch kein Auslandsgeschäft. Hierbei handele es sich vor allem um regional orientierte Unternehmen. 15 Prozent der Unternehmen erwirtschaften mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

Konzentration auf Ost-Europa

Bei den Unternehmen mit Auslandsumsatz werden 61 Prozent in Westeuropa erwirtschaftet. Es folgen Osteuropa mit 18,9 Prozent, die USA (9,8 Prozent), Asien ohne China (6,7 Prozent) und China (3,7 Prozent). Ein gutes Drittel der im Ausland tätigen Unternehmen sieht in Osteuropa den am stärksten wachsenden Markt. Weissman: «Deutschlands Unternehmer denken ganz klar Richtung Osten.» Auch in Asien würden Chancen gesehen. (nz)

 
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