netzeitung.deWalter Bau wehrt sich gegen Abwerbungen

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Autobahnbau bei Jena (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Autobahnbau bei Jena
Foto: dpa
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Um ein eigenes Straßenbaugeschäft aufzubauen, wirbt Bilfinger Berger angeblich massiv vom insolventen Konkurrenten Walter Bau ab. Das Unternehmen will gegen die «generalstabsmäßige» Aktion vorgehen.

Der insolvente Walter-Bau-Konzern
wirft dem Konkurrenten Bilfinger Berger
vor, «generalstabsmäßig» leitende Mitarbeiter der Tiefbausparte Walter Heilit abzuwerben. Dagegen wehrt sich Insolvenzverwalter Werner Schneider juristisch,: Er habe den früheren Walter-Heilit-Manager Alexander von Wilcken bereits eine Abmahnung geschickt, sagte ein Sprecher von Walter Bau am Dienstag in Augsburg.

Wilken wird vorgeworfen, Angestellte der ersten und zweiten Führungsebene der profitablen Walter-Tochter Heilit Verkehrswege GmbH wegzulocken. Wilken war bis Herbst 2004 Aufsichtsrat bei Walter Heilit und soll jetzt Berater von Bilfinger Berger sein.

Über die angeblichen Abwerbungen klagt Walter Bau bereits seit längerem. Im Hintergrund steht offenbar der gescheiterte Übernahmeversuch von Bilfiger Berger: Der Vorstandschef des im M-Dax geführten Baukonzerns, Herbert Bodner, hatte versucht, durch ein Gegenangebot eine Übernahme des insolventen Baukonzerns durch den österreichischen Konkurrenten Strabag zu verhindern. Inzwischen sieht Bodner aber kaum noch Chancen, wie er selbst eingestanden hat. Daher hat er seine Pläne offenbar geändert: Anstatt durch den Kauf von Walter Heilit an ein Straßenbaugeschäft zu kommen, will er nun offensichtlich aus dem Stand eine eigene Sparte aufbauen.

Mitarbeiter sehen keine Zukunft
Die leitenden Mitarbeiter dafür kommen möglicherweise zum großen Teil von Walter Bau. Bilfinger Berger behauptet laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung», von Wilcken werbe «nicht in unserem Auftrag» Mitarbeiter ab. Der frühere Manager von Walter Heilit und einstige Aufsichtsrat der schiebt indes die Wünsche der Mitarbeiter in den Vordergrund: Nach einem Vortrag von Strabag-Chef Peter Haselsteiner sei den beschäftigten klar gewesen, dass viele Aufträge der Walter-Bau-Tochter bei den künftigen Mutter landen werden, argumentiert er der Zeitung zufolge. Sie wollten daher wechseln, weil sie unter Führung der Österreicher keine persönliche Zukunft mehr bei Walter Bau sehen würden.

Laut Bericht erwirtschaftet Walter Heilit eine Jahresleistung von gut einer halbe Milliarde Euro. Dabei arbeite die Tochter profitabel. Das Tiefbau-Unternehmen sie unter anderem an der Bahn-Schnellstrecke zwischen Frankfurt am Main und Köln beteiligt gewesen und habe sich am Ausbau des Flughafens unter anderem in München beteiligt.

Gläubigerausschuss trifft sich erstmals
Ende vergangener Woche hatte das Augsburger Amtsgericht offiziell das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Walter Bau AG offiziell eröffnet. Damit folgte die wichtigste Tochter der Konzernholding in die Zahlungsunfähigkeit. Zugleich wurde Werner Schneider zum Insolvenzverwalter bestellt. Zuvor hatte er das Amt nur vorläufig ausgeübt.

Schneider versucht nach eigenen Angaben, durch einen Verkauf von Unternehmensteilen im Paket möglichst viele Arbeitsplätze im Unternehmen zu erhalten. Dabei gilt die Strabag auch seinen Angaben nach als aussichtsreichster Kandidat für einen Zuschlag. Am Mittwoch trifft der Gläubigerausschuss erstmals nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zusammen, um über die Zukunft des Unternehmens zu beraten. (nz)