netzeitung.deTelekom besteht auf VDSL-Wettbewerbsschutz

 Herausgeber: netzeitung.de

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Telekom beharrt darauf, dass es das geplante Hochgeschwindigkeits- Netz VDSL nur gibt, wenn die Konkurrenz draußen bleibt. Das hat Telekom-Chef Ricke noch einmal persönlich der EU-Kommissarin Reding klar gemacht.

Die Deutsche Telekom
will eine Regulierung des geplanten Hochgeschwindigkeitsnetzes VDSL in keinem Fall akzeptieren. Das habe Unternehmenschef Kai-Uwe Ricke EU-Medienkommissarin Viviane Reding am Montag in einem Gespräch in Brüssel deutlich gemacht, verlautete aus Unternehmenskreisen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. «Das Gespräche ist kontruktiv gewesen», hieß es. Die Telekom und die EU-Kommissarin würden nun weitere Treffen vorbereiten.

Die Telekom will für drei Milliarden Euro ein neues Glasfasernetz bauen, das Mitte 2006 in 50 Großstädten starten soll. Ricke verlangt als Voraussetzung für die Milliardeninvestition, dass der Konkurrenz kein Zugang zu dem Netz gegeben werden soll – oder zumindest nur zu den von der Telekom gestellten Bedingungen. Wettbewerbschutz sei erforderlich, um Pioniergewinne auf dem neuen Markt erzielen und so die Investitionen refinanzieren zu können, hatte Ricke seine Forderung begründet.

Berlin will Telekom schützen
Die Bundesnetzagentur hatte dafür zunächst Verständnis geäußert und konnte sich dabei auf die neue Bundesregierung berufen, die eine entsprechende Freistellung für die Telekom in den Koalitionsvertrag aufgenommen hatte.

EU-Kommissarin Reding lehnt das indes ab. Das Hochgeschwindigkeitsnetz selbst stelle noch keinen neuen Markt dar, wie die Telekom behauptet, argumentiert Reding. Nur sofern über das Glasfasernetz auch neue Produkte angeboten werden, käme ein Wettbewerbsschutz für den Bonner Konzern in Frage. Reding ist indes der Überzeugung, dass nicht erkennbar sei, wie mit VDSL neue Produkte ermöglicht werden, die über herkömmliche Netze nicht schon technisch machbar sind.

Tausende Stellen angeblich in Gefahr
Die Telekom hatte früher gewarnt, sollte das VDSL-Netz reguliert werden, würde das mit dem Wegfall von 5000 Stellen verbunden sein. (nz)