01.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Seit Donnerstag fällen Finanzinvestoren beim Berliner Verlag die Entscheidungen. Die Übernahme durch Veronis Suhler Stevenson und die Mecom-Gruppe wurde endgültig vollzogen.
Der umstrittene Verkauf der «Berliner Zeitung» ist perfekt: Die Investorengruppe um den Briten David Montgomery habe am Donnerstag die Übernahme des Berliner Verlags vollzogen, teilten die Firmen Veronis Suhler Stevenson und Montgomerys Mecom Group am Donnerstag in Berlin mit. Der Verlag sei von der eigens dafür gegründeten BV Deutschen Zeitungsholding übernommen worden. Das Bundeskartellamt hatte Ende November die Genehmigung für die Übernahme vom Holtzbrinck-Verlag erteilt.
An der BV Deutsche Zeitungsholding sind Mecom mit 15 Prozent und VSS mit 85 Prozent beteiligt. Zugleich haben die neuen Gesellschafter Chefredaktion und Geschäftsführung der «Berliner Zeitung» und des «Berliner Kurier» eine Beteiligung am Verlag angeboten.
Maximal zehn Prozent der Anteile sollen an die Führungskräfte gehen. Presseberichten zufolge lehnte Uwe Vorkötter, Chefredakteur der «Berliner Zeitung», das Angebot bereits ab. Vorkötter hatte im Vorfeld der Übernahme scharfe Kritik an den Finanzinvestoren geübt.
Angst um ArbeitsplätzeDem vom neuen Eigentümer gegründeten Aufsichtsgremium gehören neben Vertretern der britisch- amerikanischen Investoren unter Leitung von Montgomery auch der frühere Gruner+Jahr-Vorstandsvorsitzende Gerd Schulte-Hillen als Stellvertreter an. Montgomery sagte, nun würden die Weichen für «eine noch erfolgreichere Zukunft des Unternehmens» gestellt.
Kritiker befürchten, dass unter den neuen Besitzern Arbeitsplätze und journalistische Qualität auf der Strecke bleiben. Die «Berliner Zeitung» hat eine Auflage von rund 180.000 Exemplaren. Der «Berliner Kurier» ist die auflagenstärkste Kaufzeitung im Osten der Hauptstadt. (nz)