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Ebay greift Chinas Marktführer
für Online-Bezahldienste an
11. Aug 2005 15:20

In China entsteht langsam ein Markt für Online-Bezahldienste. Noch ist ein chinesisches Unternehmen Marktführer - aber die US-Konkurrenz schläft nicht.

Der jüngste Deal von Yahoo in China hat wieder einmal gezeigt: Das Internet-Geschäft in der Volksrepublik zählt derzeit zu den attraktivsten Business-Aktivitäten. Woran es im Reich der Mitte allerdings noch mangelt, sind Online-Bezahldienste. E-Commerce ist in China noch eine recht junge Industrie – und noch werden dort viele über das Internet bestellte Waren an der Haustür bezahlt, ähnlich wie bei uns per Nachnahme.

AliPay ist noch führend

Mehr in der Netzeitung:
  • Yahoo steigt bei Chinesen ein 11. Aug 2005 11:19
  • Chinas Suchmaschine will an die Börse 02. Aug 2005 09:41
  • Ebay erwartet mehr Gewinn im Gesamtjahr 20. Jul 2005 22:56, ergänzt 21. Jul 2005 09:07
  • China plant totale Internet-Kontrolle 13. Jul 2005 08:03
  • Noch steckt E-Commerce in China in den Kinderschuhen. Schätzungen der Deutschen Bank zufolge dürfte E-Commerce in China in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von rund 762 Millionen Dollar erzielen – ein Betrag, der sich gegenüber dem, was E-Commerce-Unternehmen in den USA oder in Europa jährlich erlösen, recht bescheiden ausnimmt. Analysten halten den chinesischen Markt für E-Commerce aber für äußerst attraktiv und rechnen mit erheblichem Wachstum. Dieses hängt allerdings stark von der Entwicklung des Online-Bezahlens ab.

    Doch inzwischen erarbeitet sich eine Reihe von Unternehmen – teils chinesische, teils ausländische – diesen Geschäftszweig, wie das «Wall Street Journal» (WSJ) am Donnerstag berichtete. So betreibt Alibaba.com, das E-Commerce-Unternehmen, bei dem sich am Donnerstag Yahoo eingekauft hat, den Online-Bezahldienst AliPay. Das Angebot besteht bereits seit zwei Jahren, seitdem Nutzer der Auktionsseite von Alibaba.com, TaoBao, über AliPay bezahlen können. AliPay hat nach eigenen Angaben in China rund 3,8 Millionen registrierte Nutzer. Damit ist das Unternehmen in der Volksrepublik der führende Internet-Bezahldienst. Noch.

    Ebay versucht mit PayPal sein Glück

    Denn in diesem Jahr ging mit 99Bill, einem Start-Up-Unternehmen aus Schanghai, ein weiterer Anbieter von Internet-Bezahlservices an den Start, etwa für heruntergeladene Filme und Musik sowie für online gekaufte Ware. Hinter dem Unternehmen steckt ein früherer Manager des chinesischen Webportal-Betreibers NetEase.com. 99Bill sieht gute Chancen im Markt, denn es bestehe der Bedarf an einem «neutralen» Bezahlsystem, das nicht wie AliPay an eine große Auktions-Site gebunden sei, hieß es bei 99Bill.

    Im Juli startete zudem PayPal, der Bezahldienst des US-Internetunternehmens Ebay, mit einem Angebot in China. Dem Zeitungsbericht zufolge hat Ebay dafür Geschäfte mit NetEase und Tom Online Inc. abgeschlossen. Zudem läuft PayPal ab September auch über das chinesische Internet-Auktionsportal EachNet – das auch zu Ebay gehört. Um der chinesischen Bezahldienst-Konkurrenz Paroli zu bieten, bietet PayPal zudem Käuferschutz gegen Betrugsfälle an.

    Lokale Kenntnisse

    Die chinesischen Wettbewerber sehen hingegen ihre lokalen Kenntnisse als Pluspunkt gegenüber den Rivalen aus Übersee. Die chinesischen Bezahldienste verstünden genauer, wie die Menschen im Land das Web nutzen, sagte 99Bill-Chef Oliver Kwan dem «Wall Street Journal».

    Sein Unternehmen arbeitet mit NetEase.com zusammen und verkauft in Warenhäusern und Internet-Cafés vorausbezahlte Online-Bezahlkarten, die man dann im Internet etwa für Online-Spiele auf NetEase einlöst. Im Juli gab 99Bill zudem bekannt, dass mit Chinas größter Web-Suchmaschine Baidu ein Vertrag geschlossen worden sei, durch den Baidu die Dienste von 99Bill nutzen wird.



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