netzeitung.deGroßer Widerstand bei Mauerbau vor 40 Jahren

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Der Widerstand gegen den Bau der Berliner Mauer im August 1961 war größer, als bisher bekannt. Ein Buch der Stasi-Behörde fördert bisher Unbekanntes zu Tage. Thema: Leben mit der Mauer Im Cabrio zur Staatsgrenze Hintergrund: Poker um Berlin

Beim Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurden offenbar etwa 4000 Menschen festgenommen. Der Widerstand war damit größer, als bisher angenommen. Die Stasi-Behörde veröffentlichte am Montag ein Buch, in dem bisher unbekanntes Material der Stasi verwertet wurde.

Bei der Präsentation des Buches «Mauerbau - Fluchtbewegung und Machtsicherung» verwiesen Mitarbeiter der Stasi-Akten-Behörde am Montag in Berlin darauf, dass 1961 gegen insgesamt 6000 Personen Ermittlungsverfahren eingeleitet worden seien. «Er war überwiegend spontan, aber es gab doch Widerstand in ganz erheblichem Maße», sagte Bernd Eisenfeld von der Akten-Behörde. Allein am Tag des Mauerbaus, dem 13. August 1961, habe die Stasi rund 20 Menschenansammlungen mit Protestcharakter registriert, mit zwischen 20 und 600 Beteiligten.

Zur genauen Ermittlung der Zahl der Toten an der innerdeutschen Grenze gibt es nach Angaben von Eisenfeld keine verlässlichen Stasi-Quellen. Insgesamt wird von etwa 950 Toten ausgegangen, die an der Mauer, an der Grenze oder in dritten Ländern umgekommen sind. Die letzten vier Opfer seien im Oktober 1989 beim Durchschwimmen der Oder auf der Flucht in die deutsche Botschaft nach Warschau ertrunken. Die Zahlen in dem Buch stützten sich auf Angaben der «Arbeitsgemeinschaft 13. August» und der Zentralen Ermittlungsstelle Regierungs- und Vereinigungskriminalität (Zerv).

Das Buch der Berliner Gauck-Behörde enthält noch weiteres bislang unveröffentlichtes Material aus den Archiven der DDR-Staatsicherheit. Darin werden erstmals die Ereignisse vor 40 Jahren auch aus der Sicht des Ministeriums dokumentiert.