netzeitung.deBio-Produkte sind voll im Trend

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Bio-Produkte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bio-Produkte
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Lebensmittelskandale, Tierseuchen und einfach der Wunsch nach mehr Gesundheit: All das beschert der Bio-Branche derzeit ungeahnte Erfolge. Selbst das Weihnachtssortiment ist heute komplett «bio» zu haben.

Von Fabian Wahl

Früher kannte man seine Weihnachtsgans noch persönlich. Beim Bauern nebenan schnatterte sie, watschelte über die Wiese und schlug vor Freude mit den Flügeln. Die Gans, die damals «Emma» oder «Liese» hieß, trägt heute den Namen «Bio» - in sechseckiger Form. Und wie die Bio-Gans tragen heute etwa 34.000 Artikel von der Babynahrung bis zum Bier das Bio-Siegel in Deutschland. Die heimische Öko-Branche boomt.

Fast 17.000 deutsche Betriebe wirtschafteten in diesem Jahr ökologisch und bescherten der Branche bei einer Wachstumsrate von 15 Prozent einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Sechs Jahre zuvor lag der Umsatz noch bei zwei Milliarden Euro. Während die Zahl der Agrarbetriebe im vergangenen Jahr insgesamt um 1,5 Prozent zurückging, stieg die Zahl der Öko-Betriebe um 2,5 Prozent an.

Nach BSE stieg Nachfrage um ein Drittel
Alexander Gerber, Geschäftsführer vom Bund Ökologische Landwirtschaft, sieht mehrere Gründe für den Erfolg natürlich erzeugter Lebensmittel. Die Umweltbewegung in den 70er Jahren und staatliche Förderprogramme ab den 80ern waren erste Wachstumsmotoren. «Auch Lebensmittelskandale führen uns immer neue Käufer zu», sagt Gerber.

Allein die Rinderseuche BSE im Jahr 2000 habe die Nachfrage nach Bio-Produkten um 30 Prozent erhöht. Welche Auswirkungen der jüngste Gammelfleisch-Skandal habe, bleibe abzuwarten. «Heute ist der Wunsch der Verbraucher nach gesunden, schmackhaften Lebensmitteln, die umwelt- und tiergerecht erzeugt werden, der wichtigste Grund für den Bio-Boom», sagt Gerber.

Verkaufsschlager Wurst
Indessen steigt jede Woche ein neuer Bio-Supermarkt ein in das große Geschäft. Einst angefangen mit Müsli oder Getreide findet man heute auch Wein oder Schnaps in den Regalen. Die Verkaufsschlager sind Heißgetränke wie Tee, Backwaren sowie Fleisch und Wurst. «Im Öko-Handel findet man nahezu alle Produkte, die man auch im konventionellen Handel findet», sagt Gerber.

Das gilt auch für das Weihnachtsfest. «Es gibt das komplette Weihnachtssortiment in Bio-Qualität», erklärt Gerber. «Vom Salat bis hin zum Nachtisch.» Bio-Landwirte würden ihr Geflügel genauso auf das Weihnachtsgeschäft hin züchten, wie es herkömmliche Landwirte auch täten. Inzwischen werde selbst der Öko-Tannenbaum immer beliebter. Jedoch fehle in der Forstwirtschaft eine gesetzliche Grundlage zur Kennzeichnung solcher Bäume.

Gans mit fröhlichem Leben
Das Bio-Siegel hingegen beschriftet bereits seit über fünf Jahren Produkte, die zu 95 Prozent natürlich erzeugt worden sind. Dazu zählen unter anderem die artgerechte Tierhaltung, Verzicht auf Gentechnik oder das Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln.

Ein Beispiel für den Erfolg der Öko-Branche ist die Naturkostkette Alnatura. Das 1984 gegründete und im hessischen Bickenbach ansässige Unternehmen verzeichnet Wachstumsraten von 26 Prozent. Allein im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Alnatura rund 182 Millionen Euro.«Wenn man in eine Bio-Möhre beißt, dann schmeckt man sofort, dass sie aromatischer und leckerer ist», meint die Sprecherin der größten deutschen Bio-Supermarktkette, Stefanie Neumann. Bei der Weihnachtsgans sei das ähnlich: «Viele Kunden achten darauf, dass ihre Gans auch ein fröhliches Leben hatte.» (dpa)