Bio-Produkte sind voll im Trend
Früher kannte man seine Weihnachtsgans noch persönlich. Beim Bauern nebenan schnatterte sie, watschelte über die Wiese und schlug vor Freude mit den Flügeln. Die Gans, die damals «Emma» oder «Liese» hieß, trägt heute den Namen «Bio» - in sechseckiger Form. Und wie die Bio-Gans tragen heute etwa 34.000 Artikel von der Babynahrung bis zum Bier das Bio-Siegel in Deutschland. Die heimische Öko-Branche boomt.
Allein die Rinderseuche BSE im Jahr 2000 habe die Nachfrage nach Bio-Produkten um 30 Prozent erhöht. Welche Auswirkungen der jüngste Gammelfleisch-Skandal habe, bleibe abzuwarten. «Heute ist der Wunsch der Verbraucher nach gesunden, schmackhaften Lebensmitteln, die umwelt- und tiergerecht erzeugt werden, der wichtigste Grund für den Bio-Boom», sagt Gerber.
Das gilt auch für das Weihnachtsfest. «Es gibt das komplette Weihnachtssortiment in Bio-Qualität», erklärt Gerber. «Vom Salat bis hin zum Nachtisch.» Bio-Landwirte würden ihr Geflügel genauso auf das Weihnachtsgeschäft hin züchten, wie es herkömmliche Landwirte auch täten. Inzwischen werde selbst der Öko-Tannenbaum immer beliebter. Jedoch fehle in der Forstwirtschaft eine gesetzliche Grundlage zur Kennzeichnung solcher Bäume.
Ein Beispiel für den Erfolg der Öko-Branche ist die Naturkostkette Alnatura. Das 1984 gegründete und im hessischen Bickenbach ansässige Unternehmen verzeichnet Wachstumsraten von 26 Prozent. Allein im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Alnatura rund 182 Millionen Euro.«Wenn man in eine Bio-Möhre beißt, dann schmeckt man sofort, dass sie aromatischer und leckerer ist», meint die Sprecherin der größten deutschen Bio-Supermarktkette, Stefanie Neumann. Bei der Weihnachtsgans sei das ähnlich: «Viele Kunden achten darauf, dass ihre Gans auch ein fröhliches Leben hatte.» (dpa)

