Bank will Zinsen schon für Kreditrahmen
02.12.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Damit betritt die Bank laut «SZ» Neuland im Kreditgeschäft. Nur bei vereinzelten Sparkassen gebe es eine solche Praxis, die Hypovereinsbank sei die erste Großbank, die mit solch einem Ansinnen vorpresche, berichtete die Zeitung. Sollte das Beispiel Schule machen, müssen vor allem mittelständische Unternehmen neue Kosten fürchten.
Die Hypovereinsbank bestätigte den Vorgang auf Anfrage der Netzeitung am Montag im Wesentlichen. «Ziel ist es, die Kundenbeziehung individuell so zu gestalten, dass sie für Kunden und die Bank attraktiv ist», sagte Banksprecherin Cornelia Kleiler der Netzeitung. Es seien vereinzelt solche Briefe geschrieben worden wie in der Zeitung beschrieben.
Die Bank habe aber davon abgesehen, alle Firmenkunden flächendeckend anzuschreiben, sagte Kleiler weiter. Die Vereinbarungen zwischen Bank und Kunde sollten im Rahmen der individuellen Beratung festgelegt werden. Das Geschäft mit einem Firmenkunden bestehe aus einer Vielzahl von Komponenten. Der Kunde müsse das Gesamtpaket betrachten.
Schlecht fürs Image dürften die Pläne allemal sein. Wer zahlt schon gerne für eine Leistung, die er nicht in Anspruch genommen hat. Ein Sprecher der Dresdner Bank brachte es in der «SZ» so auf den Punkt: «Gibt es bei uns nicht, würden wir auch nicht tun. Das macht kein Kunde mit.»
Unbestritten ist, dass die Bereitstellung einer Kreditlinie die Kosten der Bank treibt. «Wir können Kredite nur einmal vergeben», sagte ein Banksprecher der «SZ». Die Hypovereinsbank müsse für die Bereitstellung von Kreditlinien auf das Kontokorrentkonto genauso viele Mittel reservieren wie für tatsächlich ausgegebene Darlehen. Banken müssen nach derzeitigem Recht für die Hälfte des angesetzten Betrags den üblichen Eigenkapitalanteil von acht Prozent zurücklegen.
Für das Web ediert von Annemie Diefenthal
