USA sträuben sich gegen Emissionsziele
Der Staatssekretär im US-Außenministerium, Nicholas Burns, sagte am Donnerstag, seine Delegation werde sich dem Druck nicht beugen, der von dem Meinungsumschwung in Australien ausgehe. Australien hat nach einem Regierungswechsel den 2012 auslaufenden Kyoto-Vertrag jetzt doch noch unterzeichnet und unterstützt die Forderung, die Emissionen bis 2020 auf 40 Prozent unter die 1990 gemessenen Werte zu drücken.
Die USA werden mit ihrer Position für freiwillige Zielvorgaben noch von Japan unterstützt. Der gastgebende indonesische Umweltminister Rachmat Witolaer sprach von einer ernsten und konzentrierten Atmosphäre bei den Beratungen der Konferenz. Es gebe weiter die Hoffnung, dass die Delegation der USA ihre bisherige Haltung überdenken werde. «Ich denke nicht, dass wir sie unter Druck setzen sollten», sagte der Minister. «Sie werden schon von allein kommen.» Niemand sollte dämonisiert werden, mahnte der Gastgeber und fügte hinzu: «Wir haben noch eine weitere Woche.»
Der Vorschlag einer Halbierung der Emissionen bis 2050 könnte nach Einschätzung der Wissenschaftler die globale Erwärmung auf zwei Grad oberhalb der Durchschnittswerte bremsen, wie sie vor der Industrialisierung bestanden. Dies würde die Welt vor existenziellen Folgen des Klimawandels bewahren wie steigende Meeresspiegel, Dürre und Artentod. Dieses Zwei-Grad-Ziel wurde auch von der Europäischen Union übernommen. Zu den deutschen Unterzeichnern gehören der Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, Martin Claussen, und der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber. (nz/dpa)

