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Folgen des Klimawandels sind unumkehrbar

14. Nov 2007 13:59
Dürre ist nur eine der unumkehrbaren Folgen des Klimawandels
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Die Forscher des Weltklimarates IPCC sind sicher: Wassermangel, Dürren und der Anstieg des Meeresspiegels sind nicht mehr abzuwenden. Kritiker sehen die Lage jedoch noch dramatischer.

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hält die Folgen des Klimawandels für unumkehrbar. «Selbst unter den striktesten Klimaschutzszenarien sind eine weitere Erwärmung und einige der damit verbundenen Auswirkungen im Laufe des 21. Jahrhunderts bereits unvermeidlich», zitiert die «Berliner Zeitung» aus dem Entwurf für den neuesten Weltklimabericht. Derzeit beraten im spanischen Valencia die Vertreter der 145 Staaten des Weltklimarates (IPCC) über die Endfassung des Papiers.

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  • Wie aus dem Papier hervorgeht, gehört zu den unvermeidlichen Folgen ein zunehmender Wassermangel, mehr Dürren, ein erhöhtes Risiko von Waldbränden sowie ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels. Ohne durchgreifende Änderungen in der Klimapolitik leiden so bis zum Jahr 2100 hunderte Millionen Menschen unter Wassermangel, mehr als 40 Prozent aller Arten sterben aus und 30 Prozent aller Küstenfeuchtgebiete gehen verloren. In seinen Berechnungen geht der Rat davon aus, dass selbst für den Fall, dass ab sofort gar keine Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen, die weltweiten Durchschnittstemperaturen wegen den langen Reaktionszeiten in der Atmosphäre bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 0,9 Grad Celsius steigen.

    Falls die Emissionen weiter zunehmen, rechnen die Wissenschaftler mit einem Anstieg um bis zu 6,4 Grad. Unter diesen Bedingungen könnte der Meeresspiegel laut Entwurf im Verlauf der nächsten Jahrhunderte sogar bis zu sieben Meter ansteigen, das grönländische Eisschild wäre dann «praktisch vollständig» verschwunden, heißt es.

    Der Bericht beschreibt auch die Klimabilanz der vergangenen Jahre. So gehörten laut Entwurf elf der letzten zwölf Jahre zu den wärmsten Jahren seit Wetteraufzeichnungen, im letzten Jahrhundert seien die Temperaturen um 0,7 Grad gestiegen. Seit 1993 sei der Meeresspiegel um etwa drei Millimeter im Jahr angewachsen. Dies sei «Folge menschlicher Aktivitäten», stellt der Klimarat fest.

    «Schlüsselrolle: Energiesparen»

    Bei den Handlungsempfehlungen spricht sich der Rat indirekt für eine Fortführung des besonders in den USA umstrittenen Klimaschutzprotokolls von Kyoto aus. Der Vertrag, in dem sich viele Staaten erstmals zu konkreten Emissionsminderungen verpflichtet hatten, habe «bemerkenswerte Errungenschaften» vorzuweisen, die eine Grundlage für eine künftige Klimapolitik sein könnten. Energiesparen müsse «eine Schlüsselrolle spielen». Laut Entwurf rechnet sich der Kampf gegen die Erderwärmung auch ökonomisch. Der Nutzen des Klimaschutzes überwiege die Kosten, heißt es.

    Mit dem Friedensnobelpreis, den sich das Gremium in diesem Jahr mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore teilt, wurde der IPCC über die rein wissenschaftliche Arbeit hinaus politisch «geadelt» und sein Ansehen quasi unsterblich gemacht. Trotzdem gibt es Kritik: Experten und auch Mitglieder des IPCC selbst, der in dieser Woche im spanischen Valencia tagt, stufen die Berichte als viel zu zurückhaltend ein.

    Der Klimarat müsse in den kommenden Tagen nicht nur über die Zusammenfassung der bisher erschienenen Berichte beraten, sondern auch über seine eigene Zukunft nachdenken, sagte der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri Anfang der Woche. Angesichts des anstehenden 20. Jahrestags der Gründung des IPCC im kommenden Jahr sei «eine tiefgehende und detaillierte Selbstbeobachtung dahingehend, was wir erreicht haben, was wir weiter hätten erreichen können, und wie wir sicherstellen können, dass wir auch in Zukunft etwas erreichen» angebracht, mahnte Pachauri.

    Alle fünf bis sechs Jahre hat der Rat ausführliche Berichte über die globale Erwärmung vorgestellt, seit er 1988 vom UN-Umweltprogramm (UNEP) und der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) ins Leben gerufen wurde. Dabei forschen seine Mitglieder nicht selbst, sondern tragen vorhandene Daten zusammen, analysieren sie und geben Empfehlungen. Die Berichte des IPCC gelten im allgemeinen als fundiert, vor allem wegen der rigorosen Prüfung der Forschungsergebnisse. Genau dieses gründliche Vorgehen erweist sich mitunter aber als Problem: Die IPCC-Reports halten mit der aktuellen Forschung nicht Schritt. Mindestens ein Jahr dauert es, bis eine wissenschaftliche Abhandlung durchgesehen ist, und üblicherweise arbeiten Dutzende IPCC-Autoren etwa zwei Jahre lang an einem neuen Bericht.

    Realität könnte deutlich schlimmer werden

    Etliche mitunter unwägbare Punkte tauchen dabei erst während der Arbeit auf harren der Klärung. In seiner ersten diesjährigen Einschätzung schilderte der Weltklimarat, dass die globale Erwärmung höchstwahrscheinlich vom Menschen verursacht ist. Dem Gremium zufolge drohen steigende Meeresspiegel, immer heftigere Stürme und die Ausbreitung von Wüsten. Millionen Arme werden demnach unter Hunger, Überschwemmungen und Krankheiten leiden, sofern nicht drastische Maßnahmen folgen, um den Klimawandel aufzuhalten.

    So dramatisch dieser Ausblick wirkt - die Realität könnte noch deutlich schlimmer werden. Die im IPCC-Bericht genannten Folgen könnten noch nicht das Schlimmste sein, was der Menschheit bevorstehe, sagt beispielsweise Peter Altman von der Organisation National Environmental Trust in Washington. «Schier alles geschieht schneller und intensiver als wir dachten», erklärt Altman. «Dieses Thema wird nicht übertrieben. Wenn überhaupt, wird dabei untertrieben.» (nz/AP)

     
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