05.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Kuh ist so klimaschädlich wie ein Kleinwagen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bis zu elf Prozent der Treibhausgase in Deutschland werden laut dem WWF in der Landwirtschaft verursacht. Die Umweltschutzorganisation fordert deshalb Klimaschutzvorgaben für die Bauern.
Umweltschützer haben einen größeren Beitrag der Bauern zum Klimaschutz gefordert. Bis zu elf Prozent der Treibhausgase in Deutschland sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen, heißt es in einer am Montag vom WWF Deutschland veröffentlichten Studie. «Die Landwirtschaft darf nicht ausgenommen werden», sagte Autor Harald von Witzke. Die Abgase einer einzigen Milchkuh seien in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren wird.
Der WWF fordert deshalb eine «Emissionssteuer» für die Landwirtschaft, die allerdings Lebensmittel teurer machen würde. Auch Verbraucher sollten mehr Augenmerk auf die Klimabilanz ihres Essens legen, sagte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran. Sie fordert die Verbraucher auf, mehr regionale und mehr Öko-Produkte, weniger Fleisch und weniger Reis zu essen. Denn die Reisproduktion auf nassen Feldern stellt weltweit ebenfalls ein großes Klimaproblem dar.
In der Landwirtschaft sei nicht das Kohlendioxid das Hauptproblem, sagte Studienautor Harald von Witzke. Der CO2-Ausstoß, der etwa beim Einsatz von Traktoren oder bei der Herstellung von Dünger entsteht, wird durch die CO2-Aufnahme der Nutzpflanzen wettgemacht.
Die Emissionen aus der Landwirtschaft könnten zu geringen Kosten deutlich verringert werden, sagte Witzke, der an der Berliner Humboldt-Universität forscht. Ziel müsse es sein, das allgemeine Minderungsziel von 30 bis 40 Prozent bis 2020 auch in der Agrarwirtschaft zu erreichen.
Schon jetzt gebe es zum Beispiel Techniken, Gülle oder auch Kunstdünger so auf die Felder auszubringen, dass weniger Klimagase entweichen. Allerdings seien die Methoden meist teurer als die bisher genutzten. Deshalb müsse ein inanzieller Anreiz für die Bauern geschaffen werden.
EmissionssteuerDies ginge laut Witzke über die «Emissionssteuer» oder auch über die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel. Beides würde bewirken, dass der Ausstoß von Klimagasen teurer und sich die Vermeidung lohnen würde.
Bei den Tieren ist zum Beispiel die Öko-Freilandhaltung nach Meinung de WWF-Experin Dräger de Teran klimaschonender als die Mast im Stall. Bei reiner Stallhaltung könne aber eine Biogasanlage, in die auch Kuhmist gelangt, zu mehr Klimaschutz beitragen. (nz/dpa/AP)