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Al Gores halböffentliche Klima-Mission

23. Okt 2007 19:16
Al Gore trifft Angela Merkel in Berlin
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Beim ersten Auftritt des neuen Friedensnobelpreisträgers Al Gore in Berlin bekamen Journalisten einen Maulkorb. Gores Klima-Thesen blieben einem kleinen Kreis vorbehalten.

Es war der erste Auftritt des frisch gekürten Friedensnobelpreisträgers in Deutschland: Al Gore warnte am Dienstag in Berlin eindringlich vor der Klimakatastrophe, die er als gefährlichste Krise der Menschheit bezeichnete - das aber nur halböffentlich. Journalisten durften über Gores Auftritt bei einem Klimakongress weder berichten noch Bilder oder Originaltöne verwenden, nur eine fünfminütige Äußerung vor dem Vortrag sollte frei für die Berichterstattung sein.

Der frühere US-Vizepräsident nahm bei seinem Besuch aber die Gelegenheit wahr, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu besuchen. Schließlich ist der Kampf gegen den Klimawandel auch ein zentrales Anliegen Merkels. Beide riefen zum Kampf gegen den Klimawandel auf - und lobten gegenseitig ihr Engagement. «Der Klimawandel ist eine der großen globalen Herausforderungen», sagte Merkel und würdigte den Einsatz Gores, darüber aufzuklären. Gore sieht in der Kanzlerin eine «starke Stimme der Vernunft» - und das weltweit.

EnBW distanziert sich

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Der Friedensnobelpreisträger wollte am Abend vor geladenen Gästen auf Einladung des Energiekonzerns EnBW einen Vortrag zu seinem Film «Eine unbequeme Wahrheit» halten. Unbequem sollte es auch für die Berichterstattung werden: Journalisten, die sich für den Kongress akkreditieren wollten, sollten sich damit einverstanden erklären, dass sie nur aus einem fünfminütigen Statement Gores zitieren durften.

Der Vortrag sollte «unter drei» - in der Journalistensprache heißt das «nicht zum Zitieren» - gehalten werden, und Aufnahmen wie Mitschnitte sollten nicht erlaubt sein. Der Veranstalter, die Energie Baden-Württemberg (EnBW), verwies auf Vorgaben der Agentur von Al Gore.

Kritik an Honorar

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestierte gegen die Beschränkungen und sah darin einen Eingriff in die Pressefreiheit. Gore könne nicht den Vortrag, für den er den Friedensnobelpreis erhalten habe, gegenüber den Medien zur Geheimsache erklären, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Damit blieb für die Öffentlichkeit unklar, was Gore auf dem Klimakongress zu sagen hatte.

Zuvor hatte der Parlamentarische Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) kritisiert, dass Gore für seinen Vortrag zum Klimaschutz auf dem EnBW-Kongress fast 200.000 Dollar bekomme. Ein offizielles Statement dazu gab es am Dienstag nicht. (Marc-Oliver von Riegen, dpa)

 
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