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Steinmeier fürchtet «Kalten Krieg» am Nordpol

23. Okt 2007 15:08
Die russische Flagge in der Arktis
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Mit seinem Anspruch auf die Ressourcen im Nordpolarmeer hat Russland Irritationen ausgelöst. Bundesaußenminister Steinmeier warnte davor, dass durch den Klimawandel immer mehr Konflikte drohen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat vor ernsten Konflikten als Folge des Klimawandels gewarnt. «Wir haben einen Kalten Krieg am Nordpol zu vermeiden», sagte Steinmeier am Dienstag beim zweiten Klimakongress des Energieversorgers EnBW in Berlin.

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Wenn die Anrainerstaaten am Nordpol Ansprüche auf Energievorräte hätten, dürfe darüber nur unter Beachtung des internationalen Rechts entschieden werden, so der Außenminister. «Wir müssen uns bewusst sein, dass wir dort nur gemeinsam gewinnen oder gemeinsam verlieren können.»

Bei dem Kongress wurde auch Friedensnobelpreisträger Al Gore erwartet, der unter Bill Clinton US-Vizepräsident war. Polarforscher hatten Anfang August eine russische Flagge aus Titan auf dem Grund des Eismeeres aufgestellt und damit den Anspruch Russlands auf das Nordpolarmeer bekräftigt.

Die Aktion löste einen heftigen Streit um die Arktis mit ihren Öl- und Gasvorräten im Eismeer aus. Dänemark, Kanada und andere Anlieger reagierten mit Besitzansprüchen. Steinmeier hält auch in Afrika und Asien zunehmend Konflikte durch den Klimawandel für möglich.

Steinmeier warnte vor der Bildung von Fronten bei den Gesprächen über das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls zur Senkung der Treibhausgase. Auf der indonesischen Insel Bali verhandeln die Vereinten Nationen (UN) im Dezember über ein Abkommen mit neuen verbindlichen Klimazielen.

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif sprach von einer dramatischen Entwicklung bei der Erderwärmung. «Wir bewegen uns an der Oberkante dessen, was wir vorhergesehen hatten.» Gore wollte am Nachmittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammentreffen. Der US-Politiker und der UN-Klimarat werden im Dezember für ihren Kampf gegen die Klimakatastrophe mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Hohes Honorar für Gore kritisiert

Der Parlamentarische Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) hatte kritisiert, dass Gore für seinen Vortrag zum Klimaschutz auf dem EnBW-Kongress fast 200.000 US-Dollar bekomme. Der Vortrag sollte nicht öffentlich sein. Der neue EnBW-Vorstandschef Hans-Peter Villius forderte im Kampf gegen den Klimawandel längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke. «Wir können uns nicht leisten, auf Kernenergie zu verzichten», sagte er.

Die SPD lehnt dies ab. Der designierte SPD- Vize Steinmeier sagte, über die Rolle der Kernenergie werden «wir noch ein wenig streiten müssen». Der Atomausstieg sieht vor, dass der letzte deutsche Atommeiler 2020 oder 2022 vom Netz gehen soll. Der Grünen-Energiepolitiker Hans-Josef Fell kritisierte, EnBW plane fossile Kraftwerke, die den Kohlendioxid-Ausstoß verstärkten. (dpa)

 
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