22. Okt 2007 14:21
Die Weltbank hat sich den Kampf gegen den Klimawandel auf die Fahnen geschrieben. Auf ein größeres Mitspracherecht der Schwellen- und Entwicklungsländer könnte sich die Weltbank nicht einigen.
Demnach will die Weltbank mit einer neuen Strategie Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, Armut zu verringern, das Wachstum zu fördern und dabei möglichst wenig klimaschädliche Treibhausgase zu produzieren. Die Weltbank wolle helfen, «Strategien zu durchdenken, die Teil einer Wachstumsstrategie sind», sagte der frühere US-Vizeaußenminister und -Handelsbeauftragte. Dazu zähle etwa, Märkte zum Emissionshandel aufzubauen oder armen Ländern den Zugang zu klimafreundlichen Technologien zu erleichtern. Die Weltbank soll sich dafür einsetzen, dass öffentliche und private Geber künftig «erhebliche zusätzliche Mittel» dafür zur Verfügung stellen, hieß es in einer Erklärung des Entwicklungsausschusses, in dem die 185 Mitgliedsländer von Bank und IWF vertreten sind. Die traditionelle Jahrestagung der beiden Institutionen ging am Montag zuende.
Keinen Fortschritt habe es unterdessen mit Blick auf ein angestrebtes größeres Mitspracherecht für Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Weltbank gegeben, räumte Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul ein. Von den Problemen beim IWF, eine Einigung bei der Erhöhung der Stimmanteile für diese Länder zu erreichen, solle sich die Weltbank als Schwesterorganisation aber nicht beeinflussen lassen. «Notfalls muss man die Diskussion eben getrennt voneinander führen», sagte die SPD-Ministerin, die auch deutsche Weltbank-Gouverneurin ist.
Die Konferenz von IWF und Weltbank hatte sich seit Samstag vor allem mit den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten und ihrer strategischen Neuausrichtung beschäftigt. Beide Institutionen geraten unter zunehmenden Druck, aufstrebenden Schwellenländern wie Brasilien oder China mehr Mitspracherechte einzuräumen. (dpa)