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Bushs ganz eigene Definition von Klimaschutz

28. Sep 2007 07:59
George W. Bush
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US-Präsident Bush fährt eine Doppelstrategie in Sachen Klimaschutz: Zwar erkennt er den UN-Rahmen für eine Klimavereinbarung an, der Weg zur CO2-Reduzierung soll aber jedem Land freistehen.

Die USA pochen anders als die Vereinten Nationen weiter auf freiwillige und individuelle Lösungen der Länder im Kampf gegen die Klimakatastrophe. «Alle Staaten sollten dem Klimawandel begegnen, wie sie es für am geeignetsten halten», sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Donnerstag zum Auftakt einer umstrittenen Klimakonferenz in Washington, zu der Präsident George W. Bush eingeladen hatte. Zugleich sicherte sie jedoch die Unterstützung der USA für die UN-Klimaverhandlungen zu, die im Dezember auf der indonesischen Insel Bali beginnen und ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls zum Ziel haben. In Washington nehmen neben EU und UN auch Vertreter von 16 Ländern teil, die für rund 80 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich sind.

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Bei Protesten während Konferenz wurden mindestens 47 Demonstranten festgenommen. Sie hätten den Eingang des US-Außenministerministeriums blockiert, sagte Außenamtssprecher Tom Casey. Seinen Worten zufolge werden in solchen Fällen üblicherweise die Personalien der Festgenommenen aufgenommen, bevor sie wieder freigelassen werden.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte abermals davor, dass die Konferenz in der US-Hauptstadt ein «Parallel-Prozess» zu den Klimabemühungen der Vereinten Nationen wird. Es habe «enorme Veränderungen» in der Haltung der USA zum Klimaschutz gegeben, sagte er im ZDF. «Auf der anderen Seite müssen wir befürchten, dass das, was hier in Gang gesetzt wird, vielleicht eher dazu geeignet sein kann, den internationalen Verhandlungsprozess zu stören.»

«Wir wollen, dass die Konferenz in Indonesien zu einem Erfolg wird», sagte Rice. Die USA nähmen die Bedrohungen durch den Klimawandel «sehr ernst». Die Gespräche in Washington seien ein Beitrag für einen «neuen internationalen Rahmen» jenseits des Kyoto- Protokolls zur Reduzierung der Treibhausgase. Nötig seien langfristige, globale Ziele zur Reduzierung schädlicher Emissionen, wie auch mittelfristige auf individueller Basis. Genaue Vorgaben, wie sie das Kyoto-Protokoll beinhaltet, nannte Rice aber nicht.

Rice betonte weiter, dass der Kampf gegen die Erderwärmung nicht den Bedürfnissen der Schwellenländer zuwider laufen dürfe. «Wir müssen dem Klimawandel in einer Weise begegnen, dass wir deren Ökonomien nicht die Energie entziehen, die sie zum Wachsen brauchen», sagte die Ministerin. Auch dürften sich die Einkommensunterschiede zwischen industrialisierter Welt und Entwicklungsländern nicht weiter vergrößern. Rice unterstrich die US-Position, dass vor allem auf technologische Lösungen gesetzt werden müsse. Am Freitag, dem zweiten und letzten Tag der Konferenz, soll Präsident Bush sprechen.

Auf dem UN-Klimagipfel am Montag in New York hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Gegensatz zur Haltung der USA für verbindliche Reduktionsziele in einem Abkommen unter dem Dach der UN und für einen weltweiten Emissionshandel ausgesprochen. UN- Generalsekretär Ban Ki Moon wollte mit der Konferenz ein klares Signal für die Verhandlungen über die Fortschreibung des Kyoto- Protokolls im Dezember in Bali setzen. Dort müsse es einen «klaren Durchbruch» geben, damit die Vereinbarung von Kyoto 2012 durch ein weltweit ambitioniertes Klimaschutzabkommen abgelöst werden könne. (dpa)

 
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