17. Sep 2007 17:27
Dass der Golfstrom versiegt, halten Experten für unwahrscheinlich. Für Irland und Schottland sagt der Berliner Forscher Ulbrich jedoch eine leichte Abkühlung wegen der Eisschmelze am Nordpol voraus.
Die globale Erwärmung wirke sich in der Arktis besonders stark aus, weil selbst eine dünne Eisschicht die Sonnenstrahlung stark reflektiere. «Sobald das Eis weg ist, gibt es eine viel stärkere Absorption als mit einer Eisdecke.» Damit werde die Erwärmung deutlich verstärkt. Nach Ulbrichs Einschätzung müssen Europäer trotz der Eisschmelze nicht befürchten, dass der wärmende Golfstrom versiegt. Der Effekt trete in komplexen Modellen nur sehr gedämpft auf. Zudem sei die globale Erwärmung so stark, dass die Temperaturen in Europa lediglich langsamer steigen würden. Am stärksten könnte die Wirkung zwischen Irland und Schottland sein. Dort sei eine leichte Abkühlung möglich, sagte der Forscher.
Die Nordatlantikströmung führt an der amerikanischen Küste entlang und nimmt dann Kurs auf Nordeuropa, wobei sie vom unterschiedlichen Salzgehalt und Differenzen der Wassertemperatur angetrieben wird. Beim abschmelzenden Eis handelt es sich um Süßwasser.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass das Eis am Nordpol in diesem Jahr in dramatischer Weise zurückgegangen ist. Der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) zufolge sank die Größe der Eisfläche auf ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren. (AP)