03. Sep 2007 15:23
Neue Daten zeigen: Die Eisschmelze in der Arktis hat sich dramatisch beschleunigt - die Eisdecke ist so klein wie nie.
Der Meteorologe Eigil Kaas nannte die neuen Messergebnisse «erschreckend». Er sagte weiter: «Was wir da erleben, ist krass. Es bestätigt die schlimmsten Prognosen.» Im Juli 2006 waren fünf Millionen Quadratkilometer des Arktischen Ozeans und zehn Jahre zuvor 6,5 Millionen Quadratkilometer mit Eis bedeckt.Experten des Zentrums für Marine- und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW) der Universität Hamburg hatten noch vor einem Monat eine Eisfläche von etwa 3,5 Millionen Quadratkilometern bis zum Ende des Sommers als untere Grenze prognostiziert. Das Schmelzen des arktischen sowie des antarktischen Eises gilt als wichtiges Alarmsignal der globalen Erwärmung durch Treibhausgase.
Pedersen sagte zu den Konsequenzen aus den neuesten Messungen: «Bisher wurde angenommen, dass die Arktis in 30 bis 40 Sommern den Sommer über eisfrei sein würde. Wenn die jetzige Entwicklung weitergeht, wird es vielleicht nur 15 bis 20 Jahre dauern.» Er führte die extreme Schmelze dieses Jahres außer auf den Klimawandel auch darauf zurück, dass gewaltige Eisströme aus Sibirien an die grönländischen Ostküste geflossen und dabei geschmolzen seien.
Nach den DTU-Berechnungen sind verglichen mit dem bisher eisärmsten Arktis-Sommer 2005 mehr als eine Millionen Quadratkilometer Eis zusätzlich verschwunden. Im Vergleich zum durchschnittlichen Vorkommen der Jahre 1978 bis 2000 ist die Eisfläche um 2,5 Millionen Quadratkilometer und damit 40 bis 45 Prozent geschrumpft. Damit sei eine Eisfläche fast von der Größe Westeuropas in weniger als zehn Jahren verschwunden. (dpa)