netzeitung.deKlimasünder Australien definiert Klimaschutz neu

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Demo zum Klimaschutz (Archivbild) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demo zum Klimaschutz (Archivbild)
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Australien bleibt ein Gegner der auf einer UN-Konferenz verabredeten Verringerung von Treibhausgasen. Stattdessen will das Land eigene Vorstellungen von Klimaschutz durchsetzen.

Australien will mit den Pazifikanrainerstaaten (Apec) eine eigene Klimaschutzinitiative starten. Eine Vereinbarung dazu soll nach dem Willen des konservativen Premierministers John Howard beim Gipfel der Apec-Regierungschefs im September in Sydney unterzeichnet werden, berichteten australische Medien am Donnerstag. Zu den Apec-Staaten gehören die größten Klimasünder, der Welt: die USA, China und Russland, aber nicht Indien.

Howard denkt vor allem an den Handel mit Emissionszertifikaten. Ein solches System hatte er nach jahrelangem Widerstand erst vergangenen Sonntag für Australien angekündigt. Derartige nationale Systeme könnten dann immer weiter ausgeweitet werden, meinte er. «Das Kyoto-Modell mit seinen von oben diktierten Vorschriften ist legalistisch und eurozentrisch - das funktioniert einfach nicht im asiatisch-pazifischen Raum», sagte Howard vor Parteianhängern.

Australien ist das einzige Industrieland neben den USA, das das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase nicht ratifiziert hat. Howard lehnt den internationalen Vertrag als unfair ab, weil den Entwicklungsländern mit ihren wachsenden Industrien keine Auflagen gemacht werden.

Das 1997 von der UN-Klimakonferenz im japanischen Kyoto beschlossene Protokoll ist der erste völkerrechtlich verbindliche Vertrag zur Verringerung von Treibhausgasen. Es baut auf Beschlüssen des Gipfels 1992 in Rio de Janeiro auf, wo in der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) freiwillige Reduzierungen versprochen worden waren.

Im Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die 38 führenden Industrieländer zu einer Verringerung der Emissionen von sechs klimaschädigenden Gasen um insgesamt 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990. Zieldatum ist 2012. Die Europäische Union versprach eine Reduzierung um acht Prozent. Die USA, die damals noch mit verhandelten, versprachen sieben Prozent Verringerung, Japan sechs Prozent.

Das bei weitem wichtigste unter den zu reduzierenden Gasen ist Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Holz, Kohle, Erdöl und Erdgas entsteht. Daneben geht es um Methan, um Distickstoff-Monoxid (Lachgas) und um Fluorkohlenwasserstoffe. (nz/dpa)